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det hatten, Joh. VI. 17. und am Ufer von Kapernaum; nur
da konnte man das Schiff ſehen, in welchem die Jünger
angekommen waren. Dieſes Volk hatte alſo über Nacht
ſeine Heimath aufgeſucht, und zwar zu Fuß, τεε wie es
ſich aus den umliegenden Städten um den Herrn geſammelt
hatte, Matth. XIV. 13. Mark. VI. 33., ſo gieng es auch
wieder heim.
Anders verhält es ſich mit denen von Tiberias, in derer
Nähe die Speiſung vorgieng; dieſe, oτ0ορ, eine Menge, ſuch⸗
ten zu Schiff den Herrn auf, und als ſie ihn nicht mehr an
derſelben Stelle fanden noch auch ſeine Jünger, beſtiegen ihre
Schiffe und fuhren nach Kapernaum, Joh. VI. 23. f. So
viel vermochte die Scemacht der Fiſcher von Tiberias ohne
beſondere Anſtrengung zu leiſten.
Das XXI. Hauptſtück des Johannes, auch eine See⸗
anekdote, bot unſerm Gelehrten keine ſchwache Seite zum
Angriff; er wandte ſich daher zu einem bei andern Erzäh⸗
lungen verſuchten Kunſtſtück, und behauptete die Einerleiheit
dieſer Erzählung mit der ſo eben abgehandelten. Matth. XIV.
13—34. Hat er das erreicht, ſo führt er uns ſogleich zur
Schlußfolge: alſo iſt eine aus der andern durch Verbildung
entſprungen.
Die Aehnlichkeiten werden wohl leicht auffallend ſein.
Man ſehe. Frühe im Halbdunkel gehet dort Jeſu über dem
Waſſer einher; hier ſtehet er am Ufer: dort iſt ein Sturm;
hier iſt Windſtille; dort halten ihn die Jünger für ein Ge—
ſpenſt; hier für den Herrn: dort will Petrus uüͤber den Wel⸗
len zu Fuß zum Herrn gehen; hier ſchwimmt er eilig zu ihm
hinaus: hier giebt es einen großen Fiſchfang; dort nichts.
Was haben ſie nun Gemeinſames? — Halbdunkel und
Waſſer. —
Das Ende der Seegeſchichten macht, Matth. XVII. 24.
XVIII., der Fiſch mit dem Stater. „Ein Fiſch ſoll und
zwar mit dem Angel gefangen werden, und in ſeinem Maul
ſoll ein Geldſtück gefunden werden. Das Geld im Maul
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