Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., L 9646,m
Hug, Johann L.
Gutachten über das Leben Jesu, kritisch bearbeitet von Dr. David Friedrich Strauß (2. Band)
1844
Seite: 71
(PDF, 56 MB)
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vei den Hebraern; möchte es aber auch ſein, ſo war eine
ſolche Freigebigkeit, mit der man Einzelne ehrte, doch kein
Signal, die Tafel zu erſtuͤrmen, und was bisher verſchont
geblieben war, als Beute abzuführen.

Hintennach beſtätigen ſich die beiden Speiſungen durch
eine Rückerinnerung Jeſu. Bei einer andern Ueberfahrt hat⸗
ten die Jünger vergeſſen, Brot mitzunehmen. Während der
Fahrt warnt der Herr die Jünger vor dem Sauerteige der
Phariſäer, die er ſo eben wegen ihrer Heuchelei zurecht ge—
wieſen hatte; die Jünger verſtanden nicht, auf was die bild—
liche Redensart abziele, und vermutheten, es möchte eine
Anſpielung auf ihre Nachläſſigkeit im Brotankaufe ſein. Der
Herr berichtigte ihren Irrthum: ob ſie ſchon der Fünftauſend
und Viertauſend vergeſſen haben? ſie möchten ſich aus dieſen
Beiſpielen verſtändigen, daß, wenn ſie auf ihn vertrauen, ſie
niemal des Nöthigen ermangeln werden. Matth. XVI, 5— 12.
Mark. VIII, 14—21.

Dieſe Belehrung, wie wenig ſie für ihre Lebensbedurfuiſſe
zu kümmern Urſache haben, welche durch die zwei großen
thatſächlichen Beweiſe begründet wird, läßt uns wahrnehmen,
daß mehr Conſequenz in den hier beſprochenen Geſchichten
liege, als eine Compilation von Voltsgeſchwätzen, Mythen
genannt, gewähren kann.

Gerne komme ich auf den Ausſpruch des Herrrn Strauß
S. 226—27 zurück: „Dem Terxte bleibt ſein Wunder, und
wenn wir Gründe haben, dieſes unglaublich zu finden, ſo
müſſen wir unterſuchen, ob die Erzaͤhlung des Tertes wirk⸗
lich Glauben verdiene?“ Die Unterſuchung haben wir ſo eben
gepflogen, und die Gründe geprüft, aus denen die Glaub⸗
würdigkeit der Berichte des Textes in Abrede geſtellt wird,
konnten jedoch nichts finden, was die beabſichtete Wirkung
nur einigermaßen erreicht. Dem Tert bleibt ſomit ſein Wun⸗
der, ſo lange ſeine hiſtoriſche Glaubwürdigkeit nicht mächtiger
erſchütteri wird.


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