Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., L 9646,m
Hug, Johann L.
Gutachten über das Leben Jesu, kritisch bearbeitet von Dr. David Friedrich Strauß (2. Band)
1844
Seite: 77
(PDF, 56 MB)
Bibliographische Information
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Freiburg und der Oberrhein

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/hug1844a/0077
Lagen beurtheilen will, darf man ihn nicht aus ſeinen Lebens⸗
begegniſſen, noch aus den Vorſtellungen ſeiner Zeit, noch aus
den Beziehungen hinausrücken, die Alle auf ſein Betragen mehr
oder weniger einfließen. Maria war überzeugt aus dem was ihr
bei der Engelsverkündung, aus dem was ihr bei Eliſabeth, was
ihr bei der Geburt des Sohnes, was ihr bei ſeiner Vorſtellung
im Tempel widerfahren war, daß ſie den Miſſias geboren habe.
Weiter iſt Folgendes in Rechnung zu nehmen. Der Zu—
lauf des Volkes zum Täufer aus Judäa, Jeruſalem und den
Umgebungen des Jordan, der Ruf von ſeiner Predigt, wobei
ſich auch Galiläer, wie Petrus, Andreas u. ſ. w. einfanden,
und die Auffoderung zum Glauben an den Kommenden hatte
bereits ein halbes Jahr die gemeine Rede beſchäftigt, als
Jeſu ſich bei ihm einſtellte zur Taufe. Von alle dem konnte
doch Maria nicht gänzlich ohne Kunde ſein; auch hat es
Jeſu ſchwerlich vor ſeiner Mutter verborgen, wohin er gehe,
als er ſie verließ, und ſich zum Täufer verfügte. Solche
Vorwiſſenſchaft können wir bei Maria vorausſetzen, ohne eine
Einrede mit Grund zu beſorgen.
Jeſu, als er zurüͤckkam, erſchien in Begleitung von Jün⸗
gern; eine Andeutung, daß der Antritt ſeines Amtes beim
Täufer erfolgt ſei; mit dem Amte des Meſſias aber war die
Wunderkraft verbunden: die Geiſterwelt ſtand im Dienſte des
Menſchenſohnes. Joh. I, 52.
Man ſtelle ſich nun das Verlangen der Mutter Jeſu
vor, ſich Gewißheit hierüber zu verſchaffen und ein Zeichen
von der Mefſianiſchen Machtvollkommenheit des Sohnes an⸗
ſichtig zu werden; einmal die Beſtätigung ihrer Hoffnungen
und Erwartungen zu erleben! Was war wohl natürlicher
als dieſe mütterliche Sehnſucht, welche zu befriedigen ſie den
nächſten beſten Anlaß ergriff? Der Wein für die Hochzeitgäſte
gieng zur Neige; als dieſes bemerkt wurde, ſprach die Mut⸗
ter zu Jeſu: ſie haben keinen Wein mehr, gleichſam auffor⸗
dernd, ſich in dieſer Verlegenheit hilfreich zu beweiſen. Auf
dieſe. Mittheilung ſoll eine unfreundliche Aeußerung (Vers 4)


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/hug1844a/0077