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Dem gemäß trennen wir mit Markus die beiden Mo—
mente der Erzählung, die über den Feigenbaum ergangene
Verwünſchung, und das Erſtaunen der Jünger am folgenden
Tage über die Erfüllung derſelben, ſo ſind die Einwürfe meh⸗
rerer Blätter getilgt.
Jeſu gehet von Bethanien nach Jeruſalem, verwünſchet
unter Wegs einen Feigenbaum, der ihm keine Früchte bot,
und jagt die Händler aus dem Tempel; dies iſt die Ver—
richtung des erſten Tages nach dem Einzug. Durch die Ver⸗
wünſchung des Baumes ſollte den Jüngern etwas vorbedeutet
werden nach Art der Hebräer durch Bilder zu lehren, wie die
Propheten unter dem Bilde eines Weinberges ihrem Volke
ſeine Zukunft vorſtellig machten. Jeſ. V., 1 — 7. Ezech. XIX.,
10— 14. Pſalm LXXX., 1[0 ff. nach der Vulgata LXXIX.
Zuweilen wurde der Gegenſtand ſelbſt zur Anſchauung ge⸗
bracht, wie bei Jeremia XVIII., 1 ff. Das letzte geſchieht
hier. Man könnte vermuthen, es ſei auf die Jünger abge—
ſehen, denen der Herr die bekannte Androhung; der Baum,
der keine Früchte bringt, wird ins Feuer geworfen, habe that⸗
ſächlich vergegenwärtigen wollen. Allein hiezu hatte damals
der Erlöſer keinen Anlaß; dagegen hatte das Schickſal des
Volkes und der heil. Stadt ſein Herz beſchäftigt: des Tages
zuvor hat er Thränen über ſie vergoſſen, und gewünſcht, ſie
möchte wenigſt jezt einſehen, was zu ihrem Friedendient, Luk.
XIX., 41 ff., und etwas früher hat er ſich, den Zuſtand des
Volkes zu bezeichnen, deſſelben Bildes von einem Feigenbaum
bedient, der durch drei Jahre (ſeines Lehramtes) keine Frucht
gebracht hat, und dem nur noch kurze Zeit bewilligt iſt zur
Probe, ob er ſich beſſere. Luk. XIII., 6 — 10. Die Zeit
war nun abgelaufen, und das Urtheil ausgeſprochen: nim⸗
mermehr ſoll Jemand für alle Zukunft eine Frucht von dir
genießen; Mark. XI., 14 d. i. du taugſt nichts mehr; von
nun an haſt du vollends dein Daſein verwirkt.
. Der Erlöſer fand keine Frucht, nur Blätter. Zuerſt treibt
bekanntlich der Feigenbaum Fruchte und hintennach Blätter:
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