Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., L 9646,m
Hug, Johann L.
Gutachten über das Leben Jesu, kritisch bearbeitet von Dr. David Friedrich Strauß (2. Band)
1844
Seite: 106
(PDF, 56 MB)
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— 106 —

von Babylon, Tractat Succa, nimmt dem Meſſias aus deut
Hauſe David das Loos der Sterblichkeit ab, und erſah im
Meſſias, dem Sohne Ephraim, den rechten Mann, auf welche
ſie den Tod überwälzen könnte ¹). Die Idee des ſterbenden
Meſſias tönte noch fort im Bewußtſein der Einzelnen wie
eine halbvergeſſene Volksmeinung, und wechſelte nur die Per⸗
ſon, an die ſie ſich anhieng. Am ausführlichſten behandelt
die Lehre von den beiden Meſſias das Buch Peſikta, eine
Erklärung der drei letzten Bücher Moſe, zuſammengetragen
aus alten Commentaren und thalmudiſchen Deutungen. Sie
findet ſich in der Paraſcha Balak: „Rabi Huna ſpricht na—
mens des Rabi Levi, welcher unterrichtet iſt, daß die Iſraeliten
ſich im obern Galiläa ſammeln werden: über ſie wird in
der Mitte Galiläens Heerſchau halten der Meſſias der Sohn
Joſeph. Dieſe und das geſammte Iſrael werden mit ihm
hinaufſteigen gegen Jeruſalem .. .... Und von all dieſen
Vorgängen wird auch Gog und Magog hören, wird gegen
ſie aufrücken .. .. ſich ſchaaren, und ihn (den Meſſias) mor⸗
den außerhalb Jeruſalems, und der Meſſias kömmt nimmer⸗
mehr wieder ²).“ Der Meſſias aber aus dem Hauſe David
wird plötzlich erſcheinen und ſprechen: „ich bin der Meſſias;
ich werde euch weiſe machen“ u. ſ. w.
Der Glaube an den Tod des Sohnes Ephraim vererbte
fich durch die Schriften der Rabbinen bis ins fünfzehnte
Jahrhundert *). Sogar die Samariten, wir wiſſen nicht
von welcher Zeit her, gaben ſich dieſer Meinung hin. Ihre
Gelehrte behaupten, der verſprochene Prophet (Deuteronom.

²) Lighifoot. horae hebr. in Act. Apost. C. I. 6. .
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8 Rn 9 2* D eeen: ad Numer.
XXIV. 17.
³) Eiſenmenger neu entdecktes Judenthum. II. Thl. C. 14.


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