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uͤber dieſe Worie einen morgenländiſchen Schriftſteller reden,
vertraut mit dem Bilderkreiſe jener Länder: Juden und
Heiden theilten dieſes Ungemach: unter Sonne,
Mond und Sternen werden bildlich Könige und
Fürſten angedeutet ¹). Noch eine Stelle aus Ezechiel
gegen den König Aegyptens; Er ein Ungethüm, was in
den Flüſſen hauſt, wird auf das Land heraus geworfen, wo
es fault. Nun XXXII, 7. die bedeutenden Worte: Ich ver⸗
hülle bei deinem Sturze die Himmel, färbe die Sterne ſchwarz,
decke die Sonne mit einer Wolke zu, und der Mond läßt
ſein Licht nicht leuchten. Ich ſchwärze den Glanz aller Himmels⸗
lichter wegen dir, und über dein Land breite ich Dunkelheit,
ſagt Jehova der Gebieter. Ich reize das Herz vieler Völker
gegen dich auf, wenn ich deine Trümmer unter Nationen
verſenke, in Erdegegenden, die du nicht gekannt. Wer ſind
ſie wohl dieſe traurenden Lichtkörper über den Fall Aegyptens?
Der Morgenländer, auf den wir uns ſo eben berufen haben,
giebt uns folgende Deutung: über dich erheben einen Jam⸗
merſchrei die Städte und Königreiche der Völker²). Wollen
ſie auch einen Stern ſehen, der vom Himmel gefallen iſt?
Es iſt der König von Babel, welchen bei ſeiner Ankunft in
der Niederwelt die einſt Großen und Mächtigen der Erde
alſo begrüßen: Ach! ſo biſt auch du vom Himmel gefallen,
hellglänzender Morgenſtern! Jeſaja XIV, 12.
Das iſt alſo Prophetenſprache: mit ſolchen Bildern be⸗
zeichnen ſie den Fall von Königen, Fürſten und Männern,
welche das Schickſal mit dem Schimmer von Würde und
Reichthum bekleidet hat. In dieſer Sprache verkündet der
Erlöſer den Sturz der Großen und Mächtigen ſeines Volkes,
die in das bevorſtehende Unglück des Vaterlandes verwickelt
oι7%2° oνωι ννπα 020 1)
lanan0 Iocn: Ephraem. Syr. comment. in Joel. II. 10.
uas:; Zoaαο Nünn : Ephraem. 2)
Syr. in Ezech. XKXXII. 7.
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