Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., L 9646,m
Hug, Johann L.
Gutachten über das Leben Jesu, kritisch bearbeitet von Dr. David Friedrich Strauß (2. Band)
1844
Seite: 146
(PDF, 56 MB)
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der andere aus der Tiefe kommend iſt ſchwerer, gleichſam als
wäre ihm auch flüſſig gewordenes Fleiſch beigemengt. Darum
behaupten auch einige, er habe Aehnlichkeit mit dem Blute,
wie Monas der Arzt ſagt; „als hätte er nemlich mehrere
Feuchtigkeit aus den Adern angezogen.“ Das iſt nun der
blutähnliche dichte und ſchwere Schweiß, weßwegen er auf
den Boden herabrann, ατιαπàαανι ν ene vn vnv. Lukas,
als Arzt, hat ſich hier ausgedrückt in der Sprache der Arz⸗—
neikundigen. Dagegen wendet man ein: „wie die Jünger
aus der Entfernung und in der Nacht das Herabfallen blu⸗
tiger Tropfen vom Leibe Jeſu bemerken konnten?“ Herr Doctor!
Am iſraelitiſchen Oſtertage ſcheint alle Jahre der Vollmond
zu Jeruſalem: ſo oft alſo Jeſu vom Gebete ſich erhob, und
zu den Jüngern gieng, konnten ſie das ſehen, und um ſo
leichter, wie größer die Schweißtropfen waren.
*Weg⸗en des Engels, der hier wieder zur Sprache kömmt,
habe ich im erſten Theile des Gutachtens, wo uns die Ju—
gendgeſchichte Jeſu beſchäftigte, mich erklärt. Wir beſtehen
auf dem Daſein höherer geiſtiger Naturen, und der Möglich⸗
keit ihres Einwirkens auf die menſchlichen Dinge, bis man
uns ihr Nichtdaſein, oder die Unmöglichkeit ihres Einwirkens
erwieſen haben wird. Im vorliegenden Falle iſt ein ſolches
Einwirken unerläßlich, um den ſchnellen Uebergang von der
tiefften Niedergeſchlagenheit und Beängſtigung zur vollkom⸗
menen Gemüthsruhe und zum Bewußtſein der Würde zu ver⸗
mitteln, womit der Herr der ausgeſendeten Schaar zu ſeiner
Verhaftung entgegen tritt.
Verhältniß des vierten Evangeliums zu den Vorgängen
in Gethſemane. Die Johanneiſchen Abſchiedsreden
und die Scene bei Anmeldung der Hellenen.
(§H. 124. S. 482 — 499.)

§S. 84. Das vierte Evangelium ſchweigt von den Vor⸗
gängen in Gethſemane; doch war der Verfaſſer dabei gegen⸗
värtig und unter den nächſten Zuſchauern. Aus ſeinem


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