Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., L 9646,m
Hug, Johann L.
Gutachten über das Leben Jesu, kritisch bearbeitet von Dr. David Friedrich Strauß (2. Band)
1844
Seite: 181
(PDF, 56 MB)
Bibliographische Information
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Freiburg und der Oberrhein

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/hug1844a/0181
— 181 —

Vergnügen nicht verſagen, aus dem Verſtecke ſeiner Phraſen
herauszurufen das nervendurchbebende Schuldig, ſchuldig
des Todes, des Todes am Kreuze!
Ueber den Pſalm XXII. 19, welchen Johannes XIX. 24 als
eine prophetiſche Vorverkündigung des Beginnens der Krieger
betrachtet, die ſich in die Kleider Jeſu theilten, wird S. 570
bemerkt: „Die kleinliche, proſaiſche Anuslegungsweiſe der Juden,
welche die Evangeliſten ohne ihre Schuld theilten, und von
welcher ſich die orthodoxen Theologen, aber durch eigene Schuld,
nach 18 Jahrhunderten noch immer nicht frei gemacht haben,
glaubten jene Worte eigentlich nehmen zu müſſen.“ u. ſ. w.
Hier iſt ſich der Herr Doctor nicht gleich geblieben; er ge⸗
ſtehet, daß der XXII. Pſalm von den jüdiſchen Gelehrten
als meſſianiſch gedeutet worden ſei, weßwegen die Evange⸗
liſten ihn auf dieſe Weiſe aufgefaßt haben; eben ſo freigebig
hat er ſich kurz vorher S. 566 gegen den Abſchnitt Jeſaia
LIII. bewieſen, da er doch in ſeinem 109ten §. S. 327 nicht
geneigt iſt, zuzugeben, „daß bereits zu Lebzeiten Jeſu dieſe
Stellen auf den Meſſias bezogen worden ſeien.“ Was die
Theilung der Kleider betrifft, werden die Berichte für unver⸗
einbarlich ausgegeben. Matthäus XXVII. 35 drückt ſich
alſo aus: als ſie ihn kreuzigten, theilten ſie ſeine Kleider und
warfen das Loos; Markus bedient ſich ganz derſelben Worte
XV. 24; nur ſetzt er nach dem Satze: und warfen das
os. binzu: „uͤber dieſelbe, was jeder zu nehmen habe,“
aτννοορς zεαν ν ννο, Eaα. 7 a . Lukas XXIII. 34.
Theilend⸗ ſeine Gewander warfen ſie das Loos; Johannes
hingegen ſagt nicht ausdrücklich, daß ſie das Loos über ſeine
Gewänder geworfen haben, ſondern nur über das Unterkleid,
weil es ohne Nath durchaus aus einem Stück gewoben war.
XIX. 23, 24. Wenn er es aber auch nicht ſagt, ſo läugnet
er es nicht, und genau beſehen, kommt das Nemliche heraus.
Es waren, wie er berichtet, vier Krieger, welche die Wache
am Kreuz bielten; denn ſo viele wurden nach der römiſchen
Ordnung des Waffendienſtes ad excubias erfodert, oder ein


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/hug1844a/0181