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Anſchauung er ſich im Todeskampfe ſtärkte, und die ſchmerz⸗
lich verglimmende Lebenskraft ſtützte durch die erhabenen
Stellen vom Vertrauen der Väter auf Gott und von ſeinen
milden Führungen, die er Iſrael angedeihen ließ. Vor⸗
nehmlich iſt der Ausgang des Pſalmes vom 24ſten Verſe
bis Ende tröſtend und beruhigend.
„Eigenthümliche Schwierigleit macht hier die Stunden—
zählung.“ Es war, ſagt Johannes XIX. 14, 66 ιοα6
drrn, ungefähr die ſechste Stunde, als Pilatus den
Juden die letzte Einrede that, und dann Jeſu zur Kreuzigun
durch richterlichen Spruch übergab. Und doch wurde er
die dritte ſchon gekreuzigt, Mark. XV. 25; um die ſechste
war er ſchon länger dem Geſpötte der Juden ausgeſetzt, und
dann erfolgte die Finſterniß. Um die dritte gekreuzigt, und
um die ſechste zum Tode verurtheilt, wie kann das beſtehen?
Hier bietet ſich gleichſam von ſelbſt der Gedanke an, Jo⸗
hannes könnte ſich einer andern als der juͤdiſchen Stunden⸗
eintheilung, nach der die drei erſten Evangelien zählen,
bedient haben. Nimmt man Rückſicht auf ſein hiſtoriſches
Betragen, ſo iſt nichts gewiſſer, als daß er bei Abfaſſung
ſeiner Schrift Leſer im Auge hatte, die von jüdiſchen Sitten
und Bräuchen wenig oder ſo viel als nichts wußten. Nimmt
man Rückſicht auf wohl begründete Ueberlieferungen des
chriſtlichen Alterthums, ſo hat der Verfaſſer ſeine Schrift vor⸗
nehmlich den Anwohnern des prokonſulariſchen Aſiens zuge⸗
cht. Und allerdings folgt er in der⸗ Zeitbeſtimmung des
ausgeſprochenen Urtheils der römiſchen Gerichtsſpra wie
ich ausführlich erwieſen habe in dem 5ten Hefte der Zeit⸗
ſchrift für das Erzbisthum. S. 88—97. Es iſt unſere 6te
Morgenſtunde, die Stunde des Aufgangs der Sonne in der
Frühlingsgleichung, denn obrigkeitliche Ausſprüche ante ex-
ortum solem aut post'solis occasum rata non sunt.
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