http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/hug1844a/0189
— 189 —
der hochheilige Ort rα zu 1αοο znαν genannt, deſſen Vor⸗
hange dieſes Schickſal widerfuhr; er heißt lediglich vcog. Ich bin
nicht geneigt, auf die Erklärungen einzugehen, die ins Mittel
gebracht worden ſind, und noch weniger auf die des Herrn
Doctors. Die Sache iſt wahrſcheinlich im Zuſammenhang
mit dem Erdbeben. Es liegen nemlich Beobachtungen vor,
die man am untern Rande angezeigt findet, daß während
des Erdbebens öfter Stürme ausbrechen, und heftige Wind⸗
ſtöße mitwirken, die Verſtörung zu vergrößern¹). Solchen
Anfällen war der äußere Vorhaug des Tempels ausgeſetzt;
wenn ein mächtiger Windſtoß oder ein Wirbelwind in ihn
hineinfuhr, ſo konnte er leicht die Beſchädigung anrichten,
wovon die Rede iſt.
Bisher iſt Alles natürkich vorgegangen, mit Ausnahme
des Erdbebens. Es iſt die Grundurſache der aufgezählten
Erſcheinungen; aber wie es kam, daß es gerade entſtand in
jenen Stunden, in denen der Erlöſer mit dem Tode rang,
dafür giebt es keinen Aufſchluß in den Geſetzen, nach welchen
die Natur in der Erzeugung dieſes erſchrecklichen Phänomens
verfährt.
Und die Erde ward erſchüttert, und die Felſen wurden.
geſpalten, und die Gräber thaten ſich auf, und viele Leich⸗
name entſchlafener Heiligen wurden erweckt, und hervorgehend
1) Aristoteles. Meterolos. L. II. c. 8. p. 350 et Cassaubon. ed.
Du, Val. p. 568. non vaρ ασ⁰00οα * voνοι HD[ τοαιαοα
ov ⁊boeoꝝ eI nen exonẽ eie rov bne ri vzonor,
ανεπαιας νεςισ æ vοαασοαρ &Eε b νποοαας æνρο.
Pausanias. L. VII. c. 24. n. 6. αα α νς svsnεd ν sρ
v*“ παοροαονο εμρςaονιτα, τοοτοoανοαο τ ιι ντνπα
Ammian. Mariell. L. XVII. c. 7 ſetzt die vorhin gegebene Be⸗
ſchreibung alſo fort: Dein velut numine summo falales contor-
quente manubias, ventosque ab ipsis excitante cardinibus,
magnitudo ſurentium incubuit procellarum, haec secuti
Typhones atque presteres cum horriſico tremore terrarum
civitatem et suburbana funditus everterunt.
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/hug1844a/0189