Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., L 9646,m
Hug, Johann L.
Gutachten über das Leben Jesu, kritisch bearbeitet von Dr. David Friedrich Strauß (2. Band)
1844
Seite: 210
(PDF, 56 MB)
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— 21⁰ —

ſehr gut auf die Frauen; bleibt der Unterſchied unbeträchtlich.
Die Folge davon war, daß die Jünger geringe Aufmerkſam⸗
keit ihrem Gerede ſchenkten, und, als die Thaten und Schick⸗
ſale Jeſu in Schrift gebracht wurden, jeder der Verfaſſer
oder Bürgen, was ihm davon zufällig erinnerlich war, auf⸗
zeichnete oder angab, woraus eine Ungleichheit der Erzäh—
lungen entſtehen mußte. Im Vertrauen auf dieſe Bemerkung
könnten wir die Ausgleichung der Umſtände, wo ſie uns ſchwer
fällt, von der Hand weiſen und mit einem Schlage den
Knoten zerhauen, ſtatt ihn zu löſen.

Allein von dieſem Rechte gedenke ich keinen oder nur ge⸗
ringen Gebrauch zu machen; die Sache iſt nicht ſo verzwei⸗
felt, daß ich mich fürchten müßte, für ſie das Wort zu
nehmen.

Die Ungleichbeit, die in der Zahl und in den Namen
der Frauen zur Klage kömmt, hätte ein minder ſtreitluſtiger
Gegner nicht in Anſchlag gebracht. Matthäus nennet Maria
die Magdalenerin und die andere Maria. Markus nennet
außer der Magdalenerin und der Mariasdes Jakob, oder
der andern Maria, auch die Salome, welcher er ſchon vor⸗—
hin XV. 40 gedacht hat. Lukas erweitert ihre Zahl: es
waren Maria die Magdalenerin, Johanna, ohne Zweifel
Johanna die Gemahlin des Chuza, die Lukas anderswo,
VIII. 3, unter den Verehrerinnen Jeſu nennet, Maria des
Jakob und die übrigen mit ihnen. Alle ſtellen den Namen
Maria der Magdalenerin voran, die ſie als die Anführerin
zu betrachten ſcheinen; daß der eine die Salome, der andere
die Johanna beiſetzt, iſt kein Widerſpruch: es waren nach
Lukas ſogar mehrere ungenannte, die hätten in Erwähnung
kommen können; Lukas drückt ſich nach den namentlich an⸗
geführten alſo aus: und die übrigen mit ihnen, α α 10-
α α. XXIV. 10. Warum Johannes die
Magdalenerin allein genannt hat, wird bald zur Sprache
kommen.


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