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nicht hinreichend, den Stufengang von der Vermuthung zur
Meinung; von dieſer zur Wirklichkeit, von ihr zur Selbſt⸗
anſicht durchzumachen: das will ſagen, die heiligen Bücher
zu unterſuchen, und aus dem Studium derſelben in ihrem
Gemüthe die Meinung feſt zu ſtellen, Jeſu als Meſſias habe
wieder vom Tode erſtehen müſſen; dann ihre alſo gewonnene
Meinung zu einer wirklichen Thatſache zu erheben, und end⸗
lich ihre Einbildungskraft, wir wiſſen nicht durch welche
Mittel, ſo hinaufzuſchrauben, daß ſie ſich gewiß dünkten,
den Erſtandenen geſehen zu haben, und ihr Leben daran
ſetzten. Deßwegen ſah ſich der gelehrte Mann genöthigt, die
Zeitangabe der Apoſtelgeſchichte zu verwerfen: wie lange,
frägt er, wird es noch anſtehen, bis die Art, wie die Apoſtel⸗
geſchichte den erſten Hervortritt der Juͤnger? Jeſu mit Verkün⸗
digung der neuen Lehre gerade auf das Feſt der Verkündi⸗
gung des alten Geſetzes verlegt, als eine ſolche erkannt
wird, welche lediglich auf dogmatiſchen Gründen ruhet, mithin
hiſtoriſch werthlos iſt —?“ S. 693, 94. Das Pfingſtfeſt
ſoll das Feſt der Verkündigung des alten Geſetzes ſein; doch
hat ihm der Geſetzgeber dieſe Beſtimmung nicht gegeben; auch
nicht nit einem Worte; er nennt es u M, das Ernte⸗
feſt Exod. XXII. 16.; „henn vom Saiuſe des Oſterfeſtes
en waren die Halmfrüchte eingebracht Wollten
Peekoſte zar Ferr des Geſetzebungstages erleſen worden
ſein, ſo würde Sie Philo belehren, daß es das Feſt des
neuen Getreides war, an welchem man die Erſtlinge deſſel⸗
ben in zwei Broten darbrachte, die dankbare Geſinnung / da⸗
durch an den Tag zu legen¹). Aehnliches vernehmen Sie
bei Joſephus ²). Sie ſind wahrſcheinlich bei irgend einem
1) Philo de septenar. §. 21. Mangei T. II. p. 295. Moooonoi
ανιν ιατα οονο τρτττνοοον αοι +μον„—r᷑αα οτνταααο
ropernucrν &ν σο ααινο οτονò ροοορρννοντ—7α
cõos οοοιορν, ναροM οιτον τ ονς †οιοονς. 4.
2) Joseph. Ant. jud. L. III. c. 10. n. 6.
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