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Oſtermahles); an das Verhör bei Kaiphas²); an die⸗
Auferſtehung ³⁸). Aehnlich iſt ſein Betragen in Beziehung
auf die Himmelfahrt. Er macht uns mit Reden Jeſu bekannt,
welche ſein æαραναννιννο,,. Hinaufſteigen zum Vater vorverkünden.
Wir beziehen uns auf das VI. Hauptſtück, worin Jeſu verſichert,
er ſei herabgeſtiegen vom Himmel zur Nahrung für alle;
(879. aorog, Brod und Speiſe überhaupt), alſo zwar daß,
wer fie genießet, ein ewiges Leben erlange: er ſei herabge⸗
ſtiegen, ſein Fleiſch und Blut hinzugeben, deren Genuß vor
dem Tode bewahre, und ins ewige Leben einführe. Als
dieſe Reden das Mißfallen der Zuhörer erregten, erwiderte
er Vers 61 und 62: Iſt euch dieſes zum Anſtoße? Wie
aber, wenn ihr ſehen werdet den Menſchenſohn dahin hinauf⸗
ſteigend, wo er zuvor war! Er rechtfertigt ſeine Behaup⸗
tung, daß er vom Himmel geſtiegen ſei durch ein bevor⸗
ſtehendes Begebniß, welches ſie ſehen werden, nemlich das
Wiederhinaufſteigen. Damit kann nicht gemeint ſein ein
Hinaufſteigen, wie das der Seele des Menſchen im Tode.
Das konnten die Leute nicht ſehen, und konnten es nicht als
einen Beweis anerkennen für ſein Vorgeben, daß er vom
Himmel herabgeſtiegen ſei. Nur ein ſichtbares Hinaufſteigen
beſtätigte das Vorgeben, welches die Zuhörer als anſtößig
verwarfen.
Der darauf folgende Satz bezieht ſich auf das zweite
Glied ſeines Vortrages, daß er ſich ſelbſt als Nahrung und
ſein Fleiſch und Blut hergebe u. ſ. w. Da es eben ſo übel
aufgenommen wurde, berichtigt er die anſtößigen Worte, um
das Mißverſtändniß zu heben, durch die Erläuterung: es
müſſe im geiſtigen Sinne aufgefaßt werden.
Auffallend iſt die Erwiederung, welche Johannes XX. 17.
dem Herrn in den Mund legt, als die Magdalenerin anbe⸗
1) Mein §. 80.
2) §. 86,
3) §. 95 S. 219.
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