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tragen zu demselben und dies sogar in grösstem Maasstabe bei, indem sie die letztere Scheide durchbohren, sich dann
in immer feinere Zweige theilen, welche netzförmig sich verbinden und gegen die Piaischeide ein sehr reichliches
Netz bilden, das sich dieser Scheide anlegt und in ihr Gewebe allmählig übergeht (Taf. XXXII Fig. 1Ä). Hie und da
senken sich auch dickere Balken in die Pialscheide hinein. Dies ist besonders in der Nähe des Bulbus gewöhnlich.
In dieser Gegend ist das Balkennetz im Allgemeinen am reichlichsten, so dass der Winkel, welchen der Subarachnoidal-
raum hier bildet, von mehr oder weniger starken Balken dicht durchflochten ist. Alle diese subarachnoidalen Balken des
Opticus sind wie diejenigen des Rückenmarks und Gehirns von endothelialen Zellenscheiden bekleidet. Diese Scheiden
(Taf. XXXII Fig. 1, 3—5) sind hier oft weit abstehend und man erhält hier sehr schöne Bilder von dem Bau der freien
Balken des Bindegewebes. Die Scheiden sind hier wie im subarachnoidalen Gewebe des Rückenmarks und Gehirns
bei vorsichtiger Behandlung und an gutem, frisch erhaltenem Material, wie Schwalbe betont hat, immer vollständig,
nie unterbrochen, was von mehreren Verfassern und neulich auch von Waldeyer angegeben wurde. Bei altem Material
und unvorsichtiger Präparation werden aber hier wie dort die Scheiden in Fetzen oder auch ganz abgerissen und
erscheinen dann die Balken mehr oder weniger nackt. Ihre Kerne sind, obwohl oft etwas spärlich, von der gewöhnlichen
Körnchenzone umgeben. Durch Essigsäure treten umspinnende elastische Fasern auch an diesen Balken häufig
hervor. Ausserdem findet man hie und da Balken, die mit einer längsgehenden elastischen Faser versehen sind,
welche dann nicht im Inneren des Bündels liegt sondern, dicht unter der Zellenscheide; diese Fasern sind kürzer als das
Bündel und haben deswegen einen gestreckten Verlauf, während das Bündel selbst dann spiralig läuft, gleichsam durch
die elastische Faser zusammengeschnürt (Taf. XXXII Fig. 5). Der von diesem Balkennetz durchzogene Raum zwischen
der Arachnoidalscheide und der Pialscheide, welcher eine unmittelbare Fortsetzung der subarachnoidalen Räume
des Gehirns ist, haben wir den Subarachnoidalraum des Opticus genannt und werden über ihn weiter unten sprechen.

Die Pialscheide besteht aus einer nicht eben dicken Lage ziemlich festen Bindegewebes, welche den Seh-
^ nerven, ungefähr wie die entsprechende Haut am Rückenmark, eng umschliesst (Taf. XXXII Fig. 1 P). Ihre äusseren
Schichten bestehen aus mehr circulär verlaufenden, in spitzen Winkeln einander mehr oder weniger kreuzenden Bündeln,
welche zum grossen Theil aus subarachnoidalen Balken stammen, die sich eben in die Pialscheide einsenken und
auflösen, ungefähr in derselben Weise, wie die subarachnoidalen Balken des Rückenmarks sich bei ihrem Uebergang
an der Pia desselben verhalten. Die äussere Fläche der Pialscheide ist zwischen diesen oft zahlreichen Balkenverbindungen
eben oder mit flacheren Grübchen versehen. Sie ist mit einem gewöhnlichen Endothelhäutchen überzogen,
das mit den Scheiden der Balken zusammenhängt. Die meisten Bündel der Pialscheide laufen im Allgemeinen circulär
oder etwas schief, einander in spitzen Winkeln kreuzend. In der Pialscheide -gehen ziemlich viele Blutgefässe.
An der inneren Fläche der Pialscheide bemerkt man aber ziemlich zahlreiche Züge längsgehender Bündel fibrillären
Bindegewebes; diese Fläche ist mit einer endothelialen Zellenbekleidung überzogen. Von dieser Innenseite der Pialscheide
geht in etwas verschiedenen Abständen eine Menge dickerer und dünnerer in der Längsrichtung des Opticus
geplatteten und mehr weniger breiten Balken hinaus, welche sich zwischen den Opticusfaserbündeln einsenken.

Wir werden jetzt zu unseren Injectionsversuchen übergehen. Wenn wir, unserer oben angegebenen Methode
\- gemäss, eine Injectionsflüssigkeit in den Subarachnoidalraum des Rückenmarks hineinfliessen Hessen, füllte sich schon
bei dem leisesten Druck durch Vermittelung der subarachnoidalen Räume des Gehirns constant ein Scheidenraum
rings um den Nervus opticus bis zu dessen Eintritt in den Bulbus oculi, also der Subarachnoidalraum des Opticus
(Taf. XXXIII Fig. 2). In der Nähe des letzteren wurde die Opticusscheide bauchig oder ampullär aufgetrieben.
Bei näherer Untersuchung fanden wir dabei beim Menschen immer, d. h. wenn nicht durch Unvorsichtigkeit etwaige
Berstungen der dünnen Membran entstanden waren, die Injectionsmasse in dem oben beschriebenen, zwischen der •
Arachnoidalscheide und der Pialscheide befindlichen, von reichlichen Balken durchzogenen Raum. Nie war die Flüssigkeit
in den Subduralraum oder in den Opticus selbst, d. h. innerhalb seiner Pialscheide, eingedrungen; nie war sie
ausserhalb der Duralscheide sowie nie in die Sclera und den Bulbus hineingetreten.

Wenn wir dagegen die Injection vom Subduralraum des Rückenmarks (oder Gehirns) her ausführten, erfüllte
zwar die Masse constant auch einen Scheidenraum um den Opticus bis zum Bulbus; dieser Raum war aber nicht
der bei den vorigen Versuchen erwähnte, sondern der zwischen der Arachnoidalscheide und der Duralscheide befindliche
Subduralraum (Taf. XXXIII Fig. 1); auch bei dieser Injection trat die Masse bis zum Bulbus hervor; dabei wurde
auch der äusserste Theil der Duralscheide in der Nähe des Bulbus bauchig aufgetrieben. Hierbei war fast immer
die Injection des Subduralraums des Sehnerven rein, insofern sie nicht schon am Gehirn in die Subarachnoidalräume
durch fehlerhafte Manipulation ausgedrungen war. In nur sehr vereinzelten Fällen war sie doch auch sonst in den Sub-


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