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rechnung von 1574: „Als das Lehen im Thöß, so
von Matheis Neffen, als er flüchtigen Fuß gesetzt,
gemeine Gläubiger heimgefallen und folgende
Michel Schwaub (= Schwab) aus dem Nußbach,
Tryberger Herrschaft, und kein nachfassenden
Leibherren haben, sondern er und sein Hausfrau
frey, diß Lehen erkauft, ist laut Urbars zween
Lehenfäll, als zween Ochsen, gezogen und geschätzt
worden per 30 fl. Dise Ochsen seyen
daroben zum Vryhernhus (= Freiherrenhaus,
Schloß!) zu ermeltem Anschlag eingemeindet
gestellt worden." Michel Schwaub zahlt auch
1578 die „Landraisen (= Kriegsgelder) und
Schätzungen".
Im Urbar sind nach „Bartlin Vetter" später noch
folgende Namen nachgetragen worden: „Christian
Ketterer, gibt jetzt Claus Weißer, gibt jetzt
Jacob Schilling und Consorten". In den Amtsrechnungen
von 1621, den einzigen, die alle
Hofbauern mit Namen einzeln und mit ihren
Bodenzinsen nennen, heißt es: „Christian Ketterer
, zuvor Bartlin Ketterer im Thöß, Bodenzins
12 Batzen 13 Heller = 50 Kreuzer 2 Örtli. Mehr
zwey Saum Hew oder darfür 20 Kreuzer." Daraus
kann u. a. geschlossen werden, daß der Eintrag
„Bartlin Vetter" aus dem Original falsch gelesen
wurde, es also Bartlin Ketterer heißen sollte.
Der letzte Bauer auf dem Hof war Claus Weißer.
Dessen Witwe teilte den Hof, weil keine Erben
dawaren, 1653, also bald nach dem Dreißigjährigen
Krieg, zu gleichen Teilen unter sechs
Schramberger Bürger auf, deren Lehensträger
zunächst Jacob Schilling(-er) war.
Aus dem ersten Jahrhundert unter Schrambergi-
scher Herrschaft ist also vor allem der Hofkonkurs
(Gant) des Thößbauern Matthäus Neff 1574
und dessen Flucht in eine unbekannte Gegend
bemerkenswert. In einem solchen Fall fiel ein
Erblehen an den Grundherrn zurück, und dieser
konnte es nun selbst als Erblehen weiterverkaufen
. 1653 erfolgte dann die endgültige Teilung
des Hofs in sechs Teile. In der Folgezeit werden
laufend durch Erbe oder Verkäufe diese Sechstel
weitergegeben, bis auch einige Sechstel in
Zwölftel aufgeteilt wurden.
Schon 1658 wird eines der Sechstel von Hans
Jakob Weißer, wohl einem Neffen des Nikolaus,
im Namen seines Stiefsohns, an den Gerber Chri-
OlMi £},
Schramberg um 1867 (Lithographie) - Am linken Bildrand die durch das Areal des Thößhofs führende Straße
nach Lauterbach, davon abzweigend der Tennenbronner (Trombacher) Weg mit einem Häuschen im Wald,
vielleicht ein Zollhaus.
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