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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/kraez_12/0033
Malers Dehner vom Anfang des 20. Jahrhunderts.
Es läßt das Mesnerhaus einfach weg und gibt
Fuchsens erstes Haus vom Vorjahr fälschlich als
zerfallenden Altbau wieder.
Nachdem die ständige Angst vor einem hindernden
Staatseingriff von seiner Seele genommen
war, konnte sich Vikar Fuchs einem Herzensanliegen
zuwenden. Kloster und Anstalt wuchsen,
es kamen zu den Festtagen auch wieder viele
Wallfahrer, vor allem aber war Fuchs selbst ein
sehr engagierter Seelsorger, dessen ausdauernde
Kraft im Beichtstuhl, auf der Kanzel und in der
Schule seine Zeitgenossen tief beeindruckte. Da
kann man seine Gefühle nachvollziehen, wenn er
die Scham über den unwürdigen Zustand seiner
Kirche nach Rottenburg berichtete: Wie soll ein
Raum, der schon für die eigene Gemeinde zu
klein ist, 7000 Pilger fassen? Wo bleibt die Würde
der heiligen Feier, wenn sich der Priester
zwischen Altar und Kommunionbank kaum bewegen
kann, wenn sich außerdem noch Wallfahrer
an ihm vorbeidrängeln, um aus der Gnadenquelle
im Chorabschluß zu schöpfen? Am bedrückendsten
war aber die Fruchtlosigkeit der
ständigen Anstrengungen um Aussehen und Statik
des Baues selbst, der in feuchtem Boden stand
und vom Schwamm zerfressen war. Ausbessern
genügte nicht mehr, er wollte die große Lösung
und brauchte starke Helfer.

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Abb. 5: Königin Olga besuchte am 17. Mai 1877 das
Kloster Heiligenbronn (Ankündigung des Besuchs im
„Schwarzwälder Boten")

Die Entscheidung fiel buchstäblich vom Himmel
. Wie schon zweimal im 18. Jahrhundert
schlug am 3. 7. 1868 und in der Nacht zum 2. 8.
1869 der Blitz ein. Der zweite zündete und
machte das Gotteshaus unbenutzbar. Mit Hilfe
eines Gutachtens des Rottweiler Architekten
Hetzinger und einer etwas optimistischen Kalkulation
konnte Fuchs seinen Bischof von der Notwendigkeit
und Durchführbarkeit eines Neubaus
überzeugen. Hetzinger lieferte auch die
Pläne für die neugotische Kirche, die im wesentlichen
bis heute steht.

Wallfahrt stritt nun mit Baukunst: Kann man
die Kirche von der Gnadenquelle trennen, um
sie auf trockenem Grund zu bauen? Immerhin
hatte Heiligenbronn über mehrere Jahrhunderte
sowohl eine Wallfahrtskapelle als auch eine Kirche
(ungefähr am Ort der heutigen „Schwarzwaldstube
") unterhalten. Fuchs wußte das,

Abb. 6: Neue Kirche und erweitertes Kloster im Jahre 1873 (Mesnerhaus und neuerrichteter Südflügel des Klosters
aus optischen Gründen weggelassen)

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