http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/kraez_13/0014
den Dienst des Markgrafen Albrecht Achilles
von Brandenburg und zieht mit ihm gegen
Nürnberg, Graf Ulrich von Württemberg
hilft er bei seinen Zollstreitigkeiten
mit der Reichsstadt Eßlingen. Nach Fehden
zusammen mit seinen Schwägern, den Grafen
von Werdenberg, in Graubünden beginnt
er einen siebenjährigen Krieg gegen
den Schwäbischen Städtebund, auf dessen
Seite sich trotz eines Waffenstillstandsvertrags
auch die Stadt Rottweil schlägt. Diese
erobert zusammen mit ihren Verbündeten
1452 die 1447 erworbene Burg Ramstein
und zerstört sie bis auf die Grundmauern.
Nach Kriegsende muß ihn der Städtebund
entschädigen. Mit diesem Geld, etwa
14.000 fl, erbaut er die Burg Schramberg
nach Art einer Festung. Nun tritt er in den
Dienst der Grafen von Württemberg. Gegen
seinen Rat beginnen diese einen Krieg
gegen den Kurfürsten von der Pfalz, in
dem Graf Ulrich in der Schlacht bei Sek-
kenheim gefangengenommen wird. Wieder
erfährt Hans von Rechberg nur Undank
, und in seiner letzten Fehde gehört
selbst Graf Eberhard im Bart zu seinen
Feinden. Nach einem Überfall auf Rötenbach
wird er vom Pfeil eines Bauern getroffen
. Am 13. November 1464 stirbt er in Villingen
an den Folgen dieser Verwundung.
Hans von Rechberg war zweimal verheiratet
, zuerst mit Veronika, Truchsessin von
Waldburg, Gräfin von Sonnenberg (Vorarlberg
), von der er mehrere Kinder hatte.
Aus ihrer 1. Ehe mit dem Grafen Johann
d.J. von Zimmern hatte sie 6 Kinder mitgebracht
, zu denen der Stiefvater ein gutes
Verhältnis hatte und denen er in ihren Fehden
beistand. Auch in ihrer 2. Ehe hatte sie
mehrere Kinder. Nach ihrem Tode heiratete
Hans von Rechberg die Gräfin Elisabeth
aus dem sehr begüterten Geschlecht
derer von Werdenberg-Sargans. Mit ihrem
Heiratsgut und durch Verkauf der ererbten
Herrschaften Veringen und Hettingen
konnte er 1447 die Herrschaft Ramstein-
Schramberg erwerben.
3. Elisabeth, Gräfin von Werdenberg-Sargans,
heiratet um 1444 Hans von Rechberg. In
den Urkunden wird sie wegen ihrer Herzensgüte
und ihrer Hilfe für ihre Untertanen
, u.a. durch Rechtsbeistand vor dem
Rottweiler Hofgericht, gerühmt. Besonders
erwähnenswert ist, daß sie im Tal oberhalb
des Weihers das erste Spital für Alte und
Kranke gründet. Da ihr Sohn Ludwig beim
Tode des Vaters noch sehr jung ist, verwaltet
sie die Herrschaft Schramberg, bis sie
selbst 1469 stirbt. In den 5 Jahren ihrer Regentschaft
gelingt es ihr, ihre Ansprüche
gegen Graf Eberhard von Württemberg
durchzusetzen und die Herrschaft für die
Rechberg zu erhalten.
Ihre Söhne sind Ludwig und Albrecht. Ob
auch Heinrich und Wilhelm der Lange dazugehören
, ist unsicher. Wie schon erwähnt
, wird Ludwig Herr auf Hohen-
schramberg, Albrecht Probst des Ritterstifts
Ellwangen (gest. 1502). Heinrich heiratet
Adelheid von Schwarzenberg, die Erbin
der Herrschaft Elzach-Waldkirch, wobei
die männliche Linie dieser Ehe 3 Generationen
weiterführt. Wilhelm fällt 1504 in
der Schlacht von Schärding a. Inn.
4. Heinrich I. zu Hohenrechberg heiratet vor
1391 Anna, Gräfin von Helfenstein (gest.
1437). Außer dem jüngsten Sohn Hans hat
er weitere Söhne, von denen aber nur Wilhelm
III. zu Weißenstein und Ulrich L, genannt
„In der Kappen", Herr zu Hohenrechberg
, ebenfalls am Erbe beteiligt sind.
Letzterer heiratet übrigens in 2. Ehe die
Schwiegermutter seines Bruders Hans,
Agnes, Vögtin von Matsch.
5. Agnes, Gräfin von Helfenstein. Nach der
offiziellen Stammtafel soll sie 10 Kinder gehabt
haben, darunter 8 Söhne. Dank der
Verbindung mit den Helfensteinern erscheint
wieder der Vorname Ulrich im
Hause Rechberg.
6. Heinrich IL, Graf von Werdenberg-Sargans,
aus dem Hause Tübingen-Montfort, erwähnt
1393-1447, gest. 1450. Die Burg
Werdenberg steht über dem gleichnamigen
Städtchen, das heute zu Buchs/Ch im
Rheintal gehört. Die Burg Sargans steht
über dem Ort gleichen Namens, der in der
Gabelung der Schweizer Autobahnen N3
undN13 liegt.
Mit seinem Sohn Georg II. stirbt zwischen
1501 und 1503 die Linie Werdenberg-Sargans
aus, die Hauptlinie der Werdenberg
12
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/kraez_13/0014