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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/kraez_13/0023
Hans Hekler:

JOSEPH HEINE - MEDIZINER, POLITIKER
UND KUNSTMÄZEN

Fünf bedeutende Mediziner des 19. Jahrhunderts haben ihre Wurzeln in Lauterbach. Sie
sind Nachkommen des Bauern und Bierbrauers Joseph Heine (1732-1820) und seiner
Frau Anna Maria Katharina geb. Haberstroh (1738-1815). In „D'Kräz" Nr. 8 (1988)
wurde die Bedeutung Johann Georg Heines, des Vaters der Orthopädie in Deutschland, dargestellt
. Seinen Neffen Bernhard und Jakob Heine galt das Interesse in den Heften 9 bis 11.
In Heft 12 (1992) wurde mit Jakob Heines Sohn Carl Wilhelm einer der großen Chirurgen
des 19. Jahrhunderts gewürdigt. Als letzter soll in dem nun folgenden Beitrag Joseph Heine,
der nach dem Großvater benannte Sohn von Johann Georg Heine, vorgestellt werden. Obwohl
er in Würzburg geboren ist und wahrscheinlich unseren Raum nie besucht hat, ist er
wegen seiner Beziehung zum Vater und zu anderen Mitgliedern der Familie Heine, aber
auch als Mediziner, Politiker und Kunstmäzen des heimatgeschichtlichen Interesses wert.
Zur Quellenlage sei noch eine Bemerkung vorangestellt: Wie bereits in „D'Kräz" Nr. 12 erwähnt
, befaßt sich der in Waldmössingen niedergelassene Arzt Heinz Hansen in seiner inzwischen
fertiggestellten und eingereichten Dissertation mit den fünf Vertretern der Orthopädenfamilie
Heine aus Lauterbach. Zwischen ihm und dem Verfasser dieses Beitrages
hat sich eine fruchtbare Zusammenarbeit ergeben, in der sich heimatgeschichtliche und
medizingeschichtliche Gesichtspunkte gegenseitig ergänzten. Hansen hat gerade zu Joseph
Heine wertvolle archivalische Quellen aus dem Stadtarchiv Speyer herangezogen, die auch
für den folgenden Beitrag sehr wertvoll waren.

Von der fränkischen Metropole Würzburg
in die pfälzische Provinz (1803-1848)

Joseph Heine wird am 28. November 1803
als zweites Kind des Orthopädiemechanikers
Johann Georg Heine und seiner Frau Anna
geb. Förtsch in Würzburg geboren (Abb. 1).
Er und seine zwei Jahre ältere Schwester
Anna sind die einzigen Kinder aus dieser Ehe.
Im gerade bayerisch gewordenen Würzburg
ist der Vater, der als Messerschmied im
Schwarzwald seine Laufbahn begann, inzwischen
wohlbestallter Universitäts-Instrumen-
tenmacher und Bandagist und eröffnet 1816
das erste orthopädische Institut auf deutschem
Boden. Die Heines schicken ihren
Sohn Joseph auf das Würzburger Gymnasium
, das er 1824 verläßt, um ein Medizinstudium
aufzunehmen. Er studiert und praktiziert
bei Johann Lukas Schönlein, einem der
Begründer der modernen (d.h. naturwissenschaftlich
orientierten) Medizin. Ein Semester
studiert er in München bei Johann Nepomuk
Ringseis, einem Vertreter der „romantischen"

Medizin und erklärten Gegner Schönleins,
ehe er dann 1827 in Bamberg das Staatsexamen
ablegt, wo ihm „der achte Platz unter
19 Concurrenten zu Theil wurde." Im gleichen
Jahr promoviert er in Würzburg zum
Dr. med. mit einer Dissertation über eine bestimmte
Form der Tuberkulose. Diese ungestörte
Laufbahn ist zweifellos durch die geordneten
Verhältnisse des Elternhauses begünstigt
worden, was vollends deutlich wird,
wenn man die Laufbahn des in Schramberg
geborenen Vetters Bernhard vergleicht, der
weder ein Gymnasium besucht noch eine
Dissertation geschrieben hat, sondern mit
zehn Jahren in die Werkstatt des Onkels gegeben
wird und seinen medizinischen Werdegang
teilweise autodidaktisch beginnen muß.
Für Joseph Heine beginnt mit dem Jahr 1828
eine Vertiefung seiner medizinischen Studien
im Ausland: 1828/29 ist er in Paris mit Hautkrankheiten
, aber auch mit Chirurgie befaßt,
letzteres beim berühmten französischen Chirurgen
Guillaume Dupuytren. Die Abreise Jo-

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