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hann Georg Heines nach Holland zwingt den
Sohn 1829 zur Rückkehr nach Würzburg, wo
er zusammen mit seinem Vetter Bernhard ein
Jahr lang das Karolinen-Institut leitet. In diesem
Jahr vollendet Bernhard Heine seine Erfindung
des Osteotoms, und der Vetter Joseph
macht Verbesserungsvorschläge, die -
wie er sich später rühmt - dazu beitragen,
daß das Instrument „zu dem jetzigen Umfange
seines Wirkungsvermögens emporwuchs
". Joseph hält es nur ein Jahr am orthopädischen
Institut in Würzburg aus. Im
Herbst 1830 treibt ihn „das Verlangen weiterer
Ausbildung nach Wien, wo (er) mit Benützung
der Spital-Abtheilungen in pathologischer
Anatomie unter Professor Wagner noch
genug zu lernen fand." Von Wien geht er
1831 nach Warschau, wo nach der Niederschlagung
des polnischen Aufstandes gegen
die russische Fremdherrschaft Hunderte von
Verwundeten zu behandeln sind. Außerdem
ist die Cholera ausgebrochen, und Heine
wird zunächst mit der Leitung eines Cholerakrankenhauses
betraut, ehe er dann zusammen
mit Bernhard Demme eine große chirurgische
Abteilung betreut, wo auch das Osteotom
zum Einsatz kommt. Eine eigene Typhuserkrankung
zwingt Joseph Heine im gleichen
Jahr zur Rückkehr nach Bayern, wo er eine
Zeitlang als Arzt in Homburg am Main tätig
ist. In dieser Zeit verarbeitet er die in Warschau
gesammelten Erfahrungen in einer
zweiten Veröffentlichung „Über das Verhältnis
der nervösen Fieber zu Cholera und Inter-
mittens (Wechselfieber)", die 1833 in München
erscheint. Nach weiteren Reisen und einer
kurzen Tätigkeit als praktischer Arzt in
Würzburg bewirbt er sich als Kantonsarzt im
pfälzischen Waldmohr, heute Sitz der gleichnamigen
Verbandsgemeinde im Landkreis Kusel
. Mit seiner Vereidigung am 17. Mai 1836
in Zweibrücken als Kantonsarzt 2. Klasse
wird Heine königlich bayerischer Beamter
und bleibt es bis an sein Lebensende. Ganz
im Sinne der vormärzlichen Reaktion gelobt
er in der Eidesformel, „daß ich zu keiner geheimen
Gesellschaft, oder zu irgendeiner Verbindung
, deren Zweck dem Staate unbe-
AUSZUG AUS DER STAMMTAFEL DER FAMILIE
HEINE
Joseph Heine (Bierbrauer)
1732-1820
r
i
Johann Georg Heine 1 >
1771-1838
oo Anna Förtsch
1756-1856
Franz Xaver Heine
(Weißgerber)
1774-1858
Martin Heine
(Sonnenwirt und Mesner)
1776-1856
I
Joseph v. Heine 5>
1803-1877
-1
Anna Heine
1801-1884
oo Bernhard Heine 2 >
1800-1846
Jakob v. Heine 3>
1800-1879
I
Anna Heine
1842-192?
oo August v. König
1831-1906
-1
Carl Heine
1843-1889
Carl Wilhelm v. Heine 4>
1838-1877
1) Johann Georg Heine,siehe "D'Kräz" Nr. 8 (1988)
2) Bernhard Heine, siehe "D'Kräz" Nr. 9 (1989)
3) Jakob von Heine, siehe "D'Kräz" Nr. 10 (1990) und 11 (1991)
4) Carl Wilhelm von Heine, siehe "D'Kräz" Nr. 12 (1992)
5) Joseph von Heine, der im vorliegenden Beitrag behandelt wird
Abb. 1: Auszug aus der Stammtafel der Familie Heine aus Lauterbach (vgl. „D'Kräz", Nrn. 8-10 u. 12)
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