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unter österreichischer Führung stehen sollte.
Parteiengezänk und Parteidisziplin lehnt er
als unwürdig ab. Sein zweiter Versuch, ein
politisches Mandat zu erringen, ist erfolgreich
. Im Jahre 1849 wird er in die zweite
Kammer des bayerischen Landtags gewählt,
der am 10. September in München von König
Max feierlich eröffnet wird. Eine große politische
Leistung wird ihm nicht bescheinigt.
Sein Schützling Anselm Feuerbach weiß zu
berichten: „Heine steckt über und über im
Landtage, er redet alle Augenblicke, allein ist
hier nur eine Stimme, daß er bloß aus seiner
Ideenwelt und verwirrt redet Die politische
Laufbahn endet auch verhältnismäßig
rasch, nur bis 1851 nimmt Heine das Mandat
wahr. Im Januar 1851 bewirbt er sich um die
Stelle des Kantonsarztes in Landau - ohne
Erfolg. Dann verläßt er die Pfalz für viereinhalb
Jahre und geht als Stadtgerichtsarzt und
Leiter des Krankenhauses nach Bamberg.
Hier scheinen seine Beziehungen zu höchsten
Regierungskreisen eine entscheidende
Rolle gespielt zu haben, denn ein Jugendfreund
Heines, Theodor von Zwehl
(1800-1875), ist seit 1849 bayerischer Innenminister
. Die beiden kennen sich vom Würzburger
Gymnasium und aus der Studienzeit,
in der Zwehl als radikaler Burschenschaftler
zeitweilig verhaftet und vom Studium in Bayern
ausgeschlossen war. Jetzt und später ist
der „Märzminister" dem Freund, der ihn auch
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Abb. 3: Kgl. Ernennungsurkunde Joseph Heines zum Regierungs- und Medizinalrat der Pfalz von 1856
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