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medizinisch betreut, bei manchem beruflichen
Vorhaben behilflich. Der Umzug in die
fränkische Heimat bedingt den Verzicht auf
das pfälzische Landtagsmandat. Damit endet
auch die wenig bedeutende politische Laufbahn
des „unpolitischen" Mediziners Joseph
Heine.

Kreis- und Medizinalrat der Pfalz (1856-1875)

Über die Bamberger Zeit wissen wir so gut
wie nichts. Joseph Heine wirkt dort zweifellos
erfolgreich, wenn auch nicht ohne Probleme
. Als Gerichtsarzt und Krankenhausleiter
leidet er unter „Arbeitsüberlastung und
Conflikten anderer Cathegorie, welchen er
seit nahezu 4 Jahren keinen Urlaubstag aus
dem Wege gieng." Dies mag der Grund für einen
erneuten Wechsel des Betätigungsfeldes
sein. Heine erhält 1856 die Stelle des Kreis-
und Medizinalrates der Pfalz, mit einem „nor-
mamäßigen Gehalte von zwölfhundert Gulden
des Jahres" (Abb. 3). Dies bedeutet, daß
ihm die Oberaufsicht über das Gesundheitswesen
dieses bayerischen Regierungsbezirkes
(damals Kreis genannt) übertragen wird. Sitz
der Kreisregierung ist Speyer, wohin Heine
am 1. Dezember 1856 umzieht und wo er bis
zu seiner Pensionierung im Jahre 1875 bleibt
(Abb. 4). In diesen neunzehn Jahren leistet er

als Medizinalbeamter hervorragende Arbeit.
Zu seinen Aufgaben gehört die Überwachung
der Ärzteschaft, der Krankenhäuser und der
Apotheken in der gesamten Pfalz, er ist für
die Durchführung von Impfungen sowie für
die medizinische Begutachtung der Rekruten
in der „Conscriptionskommission" zuständig,
über seinen Schreibtisch laufen sämtliche Bewerbungen
, und er ist als „Prüfungscommis-
sär" oft einen Monat lang unterwegs. Eine eigene
Praxis betreibt er nicht, doch behandelt
er Freunde und Verwandte sowie mittellose
Mitbürger, wobei er neben der medizinischen
auch manche materielle Hilfe aus eigener Tasche
leistet. Er hat Verbindung zu führenden
Köpfen der deutschen Ärzteschaft, wie dem
Schönlein-Schüler Rudolf Virchow (1821-
1902), der von 1849 bis 1856 an Heines Heimatuniversität
Würzburg lehrt. Diesen Kontakten
ist es zuzuschreiben, daß im Sommer
1861 die 36. Versammlung der deutschen
Ärzte und Naturforscher in Speyer stattfindet.
Heines Bemühungen bei der Durchführung
dieser Veranstaltung finden die ausdrückliche
Anerkennung des bayerischen Königs Max.
Joseph Heine betreibt in dieser Zeit auch wissenschaftliche
Studien, die an der medizinischen
Praxis orientiert sind. Er beschreibt in
einer Veröffentlichung 1859 die „Heine-

Abb. 4: Speyer, Amts- und Wohnsitz Joseph Heines von 1856-1875 (Stich von J. Poppel um 1855)

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