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1842.
senschaftliches Fundament zuwider sind.
Und dennoch lassen sich wiederum im Charakterbild
von Vater und Sohn verwandte
Züge entdecken, denn, wie noch zu zeigen
sein wird, ist auch Joseph Heine ein egozentrischer
Mensch, dessen Rechthaberei bis
zum Jähzorn und zur Tätlichkeit geht.
Ein besseres Verhältnis hat Joseph Heine zur
übrigen Familie. Immer wieder macht er von
der Pfalz und von München aus Besuche im
heimischen Würzburg, wo die Mutter noch
bis 1856 lebt. Mit seinem Vetter Bernhard arbeitet
er, wie bereits geschildert, beruflich
zusammen. Seit 1837 ist Bernhard auch sein
Schwager, denn dieser heiratet Josephs
Schwester Anna, mit welcher der Bruder
auch nach dem frühen Tod Bernhards (1846)
verbunden bleibt. Seine Nichte Anna, durch
Heirat zur Baronin von König geworden, besucht
er von Speyer aus in Stuttgart, ihren
Gemahl, den königlich württembergischen
Legationsrat von König, behandelt er jahrelang
„in distantia", aber auch gelegentlich
persönlich, wie ein Urlaubsgesuch des
70jährigen Medizinalrats aus dem Jahr 1873
ausweist. Auf eine Verbindung zum anderen
Vetter, Jakob Heine in Cannstatt, finden sich
keine Hinweise in den Quellen.
Das Ehegesuch von 1862
Bei seiner Berufung von Bamberg nach
Speyer im November 1856 bittet Heine um
Hinausschiebung des Dienstantritts um einen
Monat, weil ihn als „unverheiratheten Mann
die Anordnung des Packens länger aufhält
Somit wissen wir, daß er bis zu diesem Zeitpunkt
Junggeselle war, und er ist es auch geblieben
, obwohl er am 12. Juli 1862 (also im
59- Lebensjahr) an das Regierungspräsidium
der Pfalz ein Gesuch richtet, in dem er um
die Genehmigung einer Eheschließung bittet,
wie es für höhere Beamte in Bayern Vorschrift
ist. Die Auserwählte ist Freifräulein Justina
von Stengel, ledige Tochter des verstorbenen
königlichen Postmeisters zu Bamberg,
35 Jahre alt, wohnhaft in Speyer. Die Genehmigung
wird erteilt, und Heine wird rückwirkend
sein Jahresgehalt auf 1400 Gulden erhöht
. Mit größter Wahrscheinlichkeit ist
diese Ehe nie geschlossen worden, jedenfalls
nicht in Speyer. Entsprechende Nachfor-
Abb. 5: Titelblatt von Joseph Heines Gedächtnisschrift
„Physio-pathologische Studien" für seinen
Vater Johann Georg Heine aus dem Jahr 1842
schungen des Doktoranden Heinz Hansen
blieben ohne Ergebnis. Auch alle übrigen bio-
grapischen Quellen und Nachrufe erwähnen
keine Ehefrau. Es muß also angenommen
werden, daß aus irgendeinem Grund aus der
geplanten Heirat nichts geworden ist.
Zahlreiche Freundschaften —
Verbindung zur Familie Feuerbach
Seit der Studienzeit hat Joseph Heine freundschaftliche
Verbindungen zu Kreisen außerhalb
der Ärzteschaft. Mit dem erwähnten
Theodor von Zwehl ist er bis ins Alter verbunden
geblieben. Unter den Quellen befindet
sich ein Telegramm aus dem Jahr 1866,
als Zwehl Regierungspräsident von Oberfranken
in Bayreuth ist, in dem dessen Ehefrau
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