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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/kraez_13/0037
gen, Lithographien usw., oft als Buchillustration
oder in Galeriewerken zusammengefaßt.
Die bevorzugten Techniken waren Radierung
und Kupferstich. Wird bei der ersteren die
Zeichnung mittels der Radiernadel in die mit
Ätzgrund versehene Platte „radiert", so führt
bei der letzteren die Hand des Kupferstechers
den Grabstichel, eine Arbeit, die höchste
Konzentration erfordert. Außer den rein
manuellen Verfahren wurden Stiche auch unter
Zuhilfenahme von Apparaten hergestellt,
und dies ermöglichte noch größere Druckauflagen
und Formate bis hin zum Wohnzimmerbild
. Kam dieses Verfahren später durch modernere
Reproduktionstechniken auch aus
der Mode, so stand es doch zu Kräutles Wirkungszeit
in der Hochblüte. Betrachten wir
nun die Stuttgarter Blätter der Reihe nach.
„Leben und Werke des Fra Giovanni Angelico
da Fiesole" ist der Titel einer großformatigen,
1859 bei Manz in Regensburg erschienenen
Monographie. Sie enthält 22 Blätter nach Bildern
des frommen Malers, darunter zwei von

Kräutle. Da sind zunächst die beiden Gestalten
der Apostel Petrus und Paulus als Umrißradierung
(Abb. 4). Mit nur wenigen zarten
Schattierungen in Gesichtern und Gewändern
ist eine Plastizität angedeutet. Es sind
zwei der Heiligen auf den Seitenteilen einer
Kreuzabnahme mit den Giebelbildern der
drei Marien, der Auferstehung und des „Noli
me tangere". Die beiden Apostel wurden von
C. Förster nach dem Original gezeichnet und
von Kräutle in Kupfer gearbeitet.
Das Bild „Die Hölle", Teil 3 aus „Das Jüngste
Gericht", das neben Engelbildern anderer Stecher
Kräutle in Auftrag gegeben wurde, gehört
zu einem der von Fra Angelico gemalten
Jüngsten Gerichte und ist ein vielfiguriges,
mit einem gefräßigen Luzifer und allerlei Höllengreueln
ausgestattetes Verdammnisbild,
bei dem der Einfluß Dantes spürbar ist (Abb.
5). Bei Kräutles Radierung haben wir es mit
einer von leichter Hand voll durchschattierten
Arbeit zu tun, deren zarte Strichführung
an die Briefhandschrift des Stechers erinnert.

Abb. 5: K. A. Kräutles Stich „Die Hölle" nach Fra Angelico

(Graph. Sammlung Staatsgalerie Stuttgart)

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