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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/kraez_13/0047
Bekanntmachung betreffend Erlaubnis zum

®er qeroerb8mä&iq »Seb jur tBeiterberau&eruna.
für fidj ober für einen anberen ertoerben, 3tnqö6ote
Don SBicf? (SRiubbief), ftieqen, €(fwfe unb €drtr*inc
teber 2lrt unb jeben SUterS) flur ffierterberäu&erunq
«tffju^cn ober ben (SöDerb bon 83i«t) Vermitteln
tottl, ietarf fttm ber fdjriftlic&en (SrlaubniS ber
ftleiföberforqunqSftelle. StoSfelbe qilt für ben ©r«
toerb unb ba8 Huffuifjen bon Slnqeboten ban löieq
beim ßanbmirt ober 'SRäfter *wn fltoetf ber €$M«
hing, audj toenn eine^iterberüufjerunq n&bt ftatt«
flrtbet.

$>i« tSrteilunq ber Erlaubnis etfolqt burdj &u8«
fteuunq eines «tfffauffoVinS. 3>a& '©efmb um Sr«
teilunq ber (SrfaiAm* ift beim <Stabtf<bulrI)ciften.
omt flimmer Hr. 18 bi* fbtteften* «m 18. b8.Wt*.
münblrid) anftubrinqen.

3fn bem Glelucb; ift anauqeben:

ftür Wen bie (ErteHunq ber (Erlaubnis beantnaflt
torrb, auf hxldje SHe^qatrunq unb luek&e «uflaufS.
qe&iete (®cmcirtb«n, C&erömter, ßanbrtteik) fie
ÜA erftreckn fott:

in tt>el(b>m (gebiet biftjer ber ftuaulaffenbe reqel-
ma&iq aufqefau'rt t>at:

roiebielc Siere ber betriebenen ®attunqen in
ben Sauren 1. Euquft 1013 bi« 31. 3"Ii 1914,
1. SluqifTt 1914 -bte 31. 3u1i 1916 unb in ben fo4-
genben Monaten (bi§ einfcbliefolitf) Januar 1916)
ber fluaulaflenbe aufqefau'rt ober bermittelt t>at.

$em <5Jefu<b; finfo für iebe ^erfon, für trelcbe bie
(Srteilunq ber 1Erk»An:i8 beantraqt Wirb, folqenbc
Peltjie beizulegen:

1. <(5in ©eburffc. unb '£eumunb8aeuqnt&;

2. We 2WI'itatf>aDiere, fofern ber GWiKfiftetfer
baS 45. SebenSjatjr noc& nidbt wrüdqeleqt bat:

3. «ine Bef<fjeiniqunq ber Ortebofiaeibebörbc
feines 3Bobnfibe3, bafc ber t&efutbfteflcr fc^on bor
bem 1. Slufluft 1914 ben SBiel/banbet qeroerbämäfjiq
betrieben ibat unb miinbeftenS "feii bem 1. Dftobet
1915 feinen ÜBobrifife unb feine qehKrblidje lieber«
laffuna in 3Bürttetnberq bat;

4. eine SBcfdjeiniqunq beä SkairfSfteueramtö fei-
ne§ SBobnfibeS über baS in ben lebten tfoej Sabren
beranlagte tätarerfeftcuerfabital;

5. eine bcutlidbe 5B()otoqrabbte {»um 5Tuffleben in
ber unqefäbrcn Ökö&e ber foq. <ßaftbilber.

»Der Ämfouffdjein ift bei Äu*übunq beÄ OenxT«
be« mitsufüb^ren unb auf Ukrtanqen ben ^ßoli^ei»
Organen unb SJeanftroqten ber fflefidjberforqungS«
ftefie borau^ciqen. 3>ie Ueterfaffunq beS Sluffaur-
fnVin« an tinen enteren ober bie SBetrüfcung eine*
auf einen anbern auSgeftellten ÄuflauffdjeinS ift
berboten.

Die Hbaabe bon 3?ictj an ^erfontn, bie feinen
($rianbni6fdjein btfife«". ift beritten.

Utom 1. 2Rar^ 1916 ab barf »ief» auf (Eifenbaf)'
neu unb Riffen na<b Orten iirnertjafb beÄ SanbeS
nur <befärbert Werben, Wenn b« S3erfenber fieb bei
ber Äuflieferunfl turtb feinen Sluffaufftb>in au8-
Weüft ober eine S3eid>iniflunn ber DrtiboWjiei«
bebörbe bei Urfbrunaiort» be8 au berfenbenben
SicreS borleqt, baft ber ?}erfanb qeftattet ift. S)ic
DrtSboIiAcibe^örbe barf#biefe 85ef(beiniaunn nur
aufteilen, wenn e8 fidb um einen Skrianb bon
93ieb a-uS einem k»nbtt>irti(bn1HiaVn 93ctrie6 an
einen anberen lanb-mirtfaViftlicben 'Betrieb !)anbelt.
Di« ftleifd)beTforfluna8fteTIc fann in Wi<btiflen
Rotten 9tu8nabmen jnilaffen.

9?orf) ntnitmfirttentberfltf^en Orten bßrfen Siet),
3tcf>wiib unb fcajen, fomie ifleijcb biebon, tV(eiffb-
unb S5hitffenxrren in ÜÄenqen bon meTjr a!8 1 iWIo-
qramm mit auf (Mmnb etne8 Serfonbfd^einS, ber
bom S3cforberer wäbrenb ber SBeförbcrunq nrif^u*
fübren ift, berbrnrfft ober fliir ^oft« ober ©ifenbobn*
beförberuna airfqcqcbcn merben. 2)ic SluSftellunrt
be8 S!krfanbi<f)ein8 lieqt ber ^(cif(biberforqunq§'
fteÜe ober bem bon ityr ermörfniqtcn Oberamt ob.

3>ie Uebertraqunq bcS 93erfanbf(bein8 an einen
anberen ober bie 33cnübunq eineS iibertraqenen
Sßerfanbfdjci«8 ift berboten.

SD5er ©d^lfacbttfere ober Bilb beräuftem Witt, Fann

Aufkauf von Vieh.

e8 bei ber ftleifcbberlorqunqSftcnc unmiHelbnr
ober portofrei inrdi S3ermittlunq be8 Ort8bor-
ftdjeri arfmelben.

föer ^Icifd^ronferben ober fabrirmä&in Dautr«
touffttooten ^et|te|It, barf IjicAu nur folrfie« au8
©ürttemberq ftammenbeS ®iefi ober ©üb

bermenben, baß \%m oon ber /QIeifdjWtfotauna>
fteOe überlaffen toirb.

3)ie ^erftefler ber bofftebenb be*rtd>ncten SBaren
baben ber i^Ieif^berforqunqSfterfe bi« ^infubf bon
ftfeifd) bon aufterixilb SBürttember«8 natb ?lrt unb
STOemie iewcil8 unbersüqficb an^u^eiqen.

J^ür bie llc*>crqnnq8;ieit ift beftimmt, bofj mir
folebe ^etfonen, bie ben SJieblKinbel in SBürttem-
•berq fdyon bor bem 1. 9Tuquft 1014 betrieben unb
bafür tshmer «ntriebtet fjnben unb minbefttn8 feit
bem 1. lOftober 1915 ben SBdbnfib unb eine qewerb-
Iid> 9?ieberlaffurtq innetbalb be8 ßaiAe* befiben.
6i8 xuin 1. Wlär* 1916 audj olw ben 3Mib aine8
9lnfEauffa>cin8 qeWerbSmäliq S3i«b f»ur.8Beiterber-
äufjerunq für fub ober einen anberen erwerben.
Sfnaebate bon Wieb »ur SBeiterberaufierunq auf«
futt>en unb ben SrWerb bon 33icfi bermitteln bür-
fen. 35a8fe1bc qilt für ben ©rwerb unb bo? 9fut-
firä^en bon 9lnqcboten bon S3icb beim fianbioirJ
ober SWäfter ^nm ^roerf ber Sa^Iarfjrunq, aud> wenn
eine ffieiterbCTaufteninq niAt Ttattfinbet.

Änbcrc ^erfonen finb bieruadi bom SJieiybanbcI
in ©ürttemberq mit fofortiqer SBirfunq qrunb«
fäblia*) auSqefa^Toffen.

ftirtaiber'fKinblunqen qeqcn bie ^off^riiten bic«
fer l5öeTfü<ninq ober qeqen bie bon ber ftleifd)öer-
forqunqSftelTe auf Örtmb bcrfel-bcn qctroffenen 9ln«
orbntinqcn untertieqcn ben •Strofbeftimmimaen in
§ 17 ber 9ftinbe?rot8bcrorbnunq über bie SJerfor-
aunqSreqe'lHnq bom 25. Sebtember 1915 (öelb-
ftrafc <bi§ m 1500 Warf ober ^fänqniS bi8
6 SWonaten). t

^Artfmberq, ben 12. ftcbntar 1916.

©fabtfdjultbeit>enamt: 3.53. 31 u cf.

Abb. 3: „Bekanntmachung betreffend Erlaubnis zum Aufkauf von Vieh" des Stadtschultheißenamts
Schramberg aus dem Ersten Weltkrieg. Schwarzwälder Tagblatt v. 15.2.1916

Angst vor den Fremden in der eigenen Lebenswelt
bestehen. Wenn diese auf den Viehmärkten
untereinander ein paar Worte wechselten
, verstand man deren jiddische Sprache
nur in Bruchstücken, man wunderte sich darüber
, daß sie kein Schweinefleisch aßen und
hatte von Bekannten und von der Kirche
schon so manches über die Juden gehört,
was einige Zurückhaltung angebracht er-

14

scheinen ließ. Außerdem hatten Bauern und
Viehhändler in der Natur der Sache liegende,
unterschiedliche Standpunkte, wenn es ums
Geschäft ging. Der Bauer freute sich natürlich
darüber, eine Menge Geld im Hosensack zu
haben, während der Viehhändler selbstverständlich
versuchte, beim Wiederverkauf so
viel Gewinn wie möglich herauszuschlagen.
Vor diesem Hintergrund ist auch zu verstehen
, daß Meinungsverschiedenheiten nach
dem Abschluß eines Geschäftes im Viehhandel
nicht immer ausbleiben konnten. Die aus
der dörflichen Tradition übernommenen Vorurteile
gegenüber den jüdischen Viehhändlern
trugen in vielen Fällen dazu bei, daß es

einen handfesten Streit gab, wenn, aus welchen
Gründen auch immer, der Kauf einer
Kuh etwa sich als doch nicht so vorteilhaft
erwies, wie er vom Verkäufer dargestellt worden
war. Der während des Ersten Weltkriegs
wegen der schlechten Versorgungslage wachsende
Unmut über die jüdischen Viehhändler
wurde im Frühjahr 1918 besonders deutlich,
als der an der Front verschüttete und dann
wahrscheinlich aus dem Militärdienst entlassene
Viehhändler Ludwig Schwarz aus Rexingen
zum amtlichen Viehaufkäufer im Oberamt
Oberndorf ernannt wurde. Unter der
Überschrift „Viehaufkauf und Aufkäufer"
wurde im Schwarzwälder Tagblatt die Leserzuschrift
eines empörten Bauern veröffentlicht
:

„Aus landwirtschaftlichen Kreisen wird uns geschrieben:
Zum amtlich bestellten Viehaufkäufer wurde Herr
Schwarz aus Rexingen OA Horb bestellt und zwar für
Schramberg mit Umgegend. Wir fragen: War das notwendig
? Gibt es im Oberndorfer Bezirk wirklich keine fachkundigen
Viehaufkäufer mehr? Wenn ja, so wäre das ein
Armutszeugnis für alle seither mit dem Viehaufkauf tätigen
Personen unseres Bezirks. Soviel man in Erfahrung bringen
kann, stellen andere Oberamtsbezirke ihre Viehauf-

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