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käufer selbst. Dazu kommt, daß Herr Schwarz in weiten
Kreisen der kleineren Landwirte aus gewissen Gründen
nicht gerne gesehen wird. Und derselbe Mann wird zum
staatlich bestellten Aufkaufkommissionär bestimmt. Deshalb
sei die öffentliche Anfrage gestellt: Gibt es in der
Schramberger Hälfte des Bezirks wirklich keine andere
passende Person mehr als einen bezirksfremden Herrn aus
Jerusalem?"15
Bei Kriegsbeginn hatten sich auch viele Juden
aus Rexingen freiwillig gemeldet, weil
sie sich als patriotische Deutsche fühlten und
unter den ersten sein wollten, die zur Fahne
gerufen wurden. Unter den zum Teil mehrfach
verwundeten und mit Ehrenzeichen wie
dem Eisernen Kreuz und der württembergischen
Militärverdienstmedaille ausgezeichneten
Kriegsteilnehmern der jüdischen Gemeinde
Rexingen waren auch 14 Tote zu beklagen
, die für ihr Vaterland an der Front gefallen
waren (Abb. 4).
Viehschmuggel und Schwarzmarkt
in der Inflationszeit
Nach dem Ende des Krieges im November
1918 stellten die Industriebetriebe in verhältnismäßig
kurzer Zeit wieder auf Friedensproduktion
um. Größere Probleme bereitete hingegen
die Aufhebung der Zwangswirtschaft,
die zur Aufrechterhaltung der Lebensmittelversorgung
bei einzelnen Grundnahrungsmitteln
teilweise noch bis zum Ende der Inflationszeit
bestand. Die immer häufiger auftretenden
Unregelmäßigkeiten in der Fleischversorgung
waren meistens darauf zurückzuführen
, daß der Fleischversorgungsstelle
zu wenig Schlachtvieh zur Verfügung stand.
Anstatt es abzuliefern, wurde es bei Nacht
und Nebel über die badische Grenze geschafft
. Im benachbarten Baden konnte das
Fleisch zeitweise bezugsscheinfrei und dadurch
natürlich auch mit entsprechend höherem
Gewinn für die Viehhändler und Metzger
verkauft werden. Um den Schleichhandel zu
unterbinden, wurde zwischen Baden und
Württemberg eine Viehsperre verhängt, welche
die Ein- und Ausfuhr nur noch mit einer
amtlichen Genehmigung erlaubte. Im Frühjahr
1919 begann die Fleischversorgungsstelle
, mit dem Anlegen von Viehstandsverzeichnissen
die Bauern noch stärker zu überwachen
und Landjäger zum Streifendienst in
das kaum überschaubare Grenzgebiet der bei-
Name
Feldtruppenteil
Letzter
Dienstgrad
Auszeichnungen
Bemerkungen
Schwarz, Elias
Schwarz, Emanuel
Schwarz, Heinrich
Schwarz, Hermann I
Schwarz, Josef
Schwarz, Leopold
Schwarz, Ludw.(1886)
Schwarz, Ludw.(1888)
Schwarz, Martin
Schwarz, Nathan Veit
Schwarz, Rudolf
Rcs.Fuhrp.Kol. i/XUl
Brig.Ers.Batl. 57
Res.Inf.R. 208
Pion.R. 36
Bayr. Res.Inf.R. 1
Landw.Inf.R. 124
Inf.R. 414
Inf.R. 180
Landw.Inf.R. 124
Flieg.Abt. A 211
Res.Inf.R. 121
Inf.R. 114
Ers.Inf.R. 51
Res.Inf.R. 248
Landw.Inf.R. 121
Gren.R. 119
LandsUnf.R. 13
Feld-A.R. 29
Flak-Batt. 516
Fahrer
Sergeant
Reservist
Infanterist
Landsturmm.
Infanterist
Ers.Res.
©
Reservist
Gefreiter
Ers.Res.
Landsturmm.
verwundet
gefallen am 15.9. 14
verwundet
in Gefangenschaft
seinen Wunden
erlegen
verschüttet
verwundet
verschüttet
Gasvergiftung
Abb. 4: Auszug aus der 1926 vom württembergischen Landesverband des Centraivereins deutscher
Staatsbürger jüdischen Glaubens herausgegebenen Broschüre „Jüdische Frontsoldaten aus Württemberg
und Hohenzollerncc. Unter den 68 Kriegsteilnehmern der jüdischen Gemeinde Rexingen auch die im
Raum Schramberg als Viehhändler tätigen Brüder Elias, Ludwig und Rudolf Schwarz
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