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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/kraez_13/0057
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t4££. Metalltafel an der ehem. Gräfl. Kunstmühle
Als Graf Cajetan v. Bissingen das Schloß und
den Park sowie das Sägewerk an die Stadt verkaufte
, erwarb Kaufmann Josef Reichenbach
die Kunstmühle, erhöhte das Haus um einen
Stock, überbaute den ehemaligen Wasserrädertrakt
mit dem Treppenhaus und baute im
Erdgeschoß zwei Läden ein, den einen für
Karl Dobler, den anderen, am südlichen Eck,
für sich selbst als Lebensmittelgeschäft. Sein
Schwiegersohn Brahms war Wirt auf der
„Conditorei" (jetzt Radio Schumacher) und
veranstaltete nach dem Ersten Weltkrieg als
erster wieder Tanzabende in Schramberg. Im
Höfle betrieb er eine Zeitlang eine Süßmostkelterei
.

Zum Andenken an das ehemalige „Wasserhaus
" - so lautete früher die Bezeichnung für
den Raum mit den sieben Mühlrädern der
Bannmühle - steht neben dieser Türe ein
Mühlstein aus der alten Mühle.

1.10: Auf der anderen Seite des „Kirchenbaches
" steht der Kirchturm der alten kath. Kirche
St. Maria. Wer am Turm emporschaut,
entdeckt auf halber Höhe eine große Sandsteintafel
(Abb.) mit dem Wappen der Grafen
v. Bissingen u. Nippenburg und die Jahreszahl
1716. Darunter die Inschrift:

Joseph Ferdinand Freyherr von Bissingen
zue Grunzheim und Willenhofen
Herr zue Schramberg
Die Tafel erinnert an den Brand und den Wiederaufbau
des Kirchturms im Jahre 1716. Am
26. Mai dieses Jahres brach nachmittags um 3
Uhr beim Ochsenwirt und Metzger Michael
Glänz (heute Kreissparkasse) ein gefährlicher

Brand aus. Innerhalb von 3 Stunden wurden
26 Häuser und der Kirchturm, der aus Holz
war, ein Raub der Flammen. 33 Familien wurden
obdachlos. Mit dem Glockenturm gingen
die Turmuhr und drei Glocken zugrunde.
Eine davon war erst im Jahre 1680 zu Straßburg
gegossen und im selben Jahr, in der Karwoche
, aufgehängt worden. Sie wog 11 Zentner
. Der Turm wurde noch im selben Jahr
(1716) wieder aufgebaut, nun aber in Stein.
Die Maurerarbeiten leitete ein Tiroler namens
Jakob Scharff, die Holzkonstruktion fertigte
der Schramberger Zimmermeister Sebastian
Jeggle. Noch im gleichen Jahr wurde auch
eine neue Turmuhr angebracht.
Mit seiner Doppelzwiebelkuppel erinnert der
Turm stark an bayerisch-tirolische Vorbilder.
Wenn man etwa den Oberammergauer Kirchturm
mit dem unsrigen vergleicht, könnte
man meinen, sie wären beide das Werk ein
und desselben Baumeisters, so wenig unterscheiden
sie sich in ihrer Gestalt.
Eine weitere Katastrophe hatte der Turm im
Jahre 1778 zu überstehen. Nach dem Bericht
eines späteren Pfarrers gab es am 25. Oktober
1778 eine schreckliche Überschwemmung
(vgl. „D'Kräz", Heft 12, S. 6ff.). Es
hatte acht Tage ununterbrochen geregnet.
Die dadurch verursachte Überschwemmung
richtete furchtbare Schäden an: Ein Teil des
gräflichen Schlosses und dreizehn Häuser

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Abb. 1.10: Tafel am alten Kirchturm von St. Maria

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