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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/kraez_13/0061
Abb. 1.19: Stadtwappen und Erbauungsjahr am
Rathaus

Jahr der Erneuerung, angebracht. Die dortige
Bürgervereinigung hat sich der Pflege dieses
Brünnleins angenommen.

1.21: Das Haus Am Brestenberg 14, im Volksmund
„das hohe Haus" genannt, hat auf der
Straßenseite in der Mitte des Hauses einen
Türsturzstein in fast 4 Meter Höhe. Erst bei
genauem Hinsehen fällt auf, daß die Hausfront
früher ganz anders gestaltet war. Sie
hatte drei bis auf Laderampenhöhe heruntergezogene
Fenster, die vermutlich zum Warenverkauf
bestimmt waren. Bauunterlagen
konnte ich keine mehr finden, aber die beiden
Anfangsbuchstaben B.+W. und die Jahreszahl
1885 brachten mich auf den Erbauer des
Hauses. Dazu konnte ich im Archiv die Baugenehmigung
entdecken. Auch im Familienregister
der Pfarrei St. Maria wurde ich dann fündig
: Der Bauherr war ein Bruno Winterer aus
Lauterbach (1860-1914), der im Jahre 1885
dieses Haus erbaute. Er war Bäcker und Wirt.
Zuerst muß er eine Wirtschaft im Erdgeschoß
eingerichtet haben. Da diese aber nichts einbrachte
, ließ er im Jahre 1895, also 10 Jahre
später, dort eine Bäckerei einbauen. Doch
auch diese scheint nicht sehr ergiebig gewesen
zu sein, denn im Jahre 1899, also vier
Jahre nach diesem Umbau, läßt er das Bäckereikamin
wieder abändern und holt um Genehmigung
zur Umgestaltung in eine Wohnung
ein. Das Haus hatte bei der alten Durchnumerierung
sämtlicher Gebäude, die bis
1894 galt, die lfd. Nummer 572. Bruno Winterer
hatte nur einen Sohn, der 1899 geboren
wurde, 1935 nach Gütersloh heiratete und
1953 in Nördlingen starb.

1.22: In der „Oberen hinteren Gasse", der
heutigen Sängerstraße, finden wir ebenfalls
verschiedene Hauszeichen: Am Gebäude 4
befindet sich über dem Eingang ein gemaltes
Wappenschild (Abb.) mit folgender Angabe:
Erbaut 1894. Es war das ehemalige Haus Nr.
159 a und 159b, das landwirtschaftliche Gebäude
von Bäcker und Wirt auf dem „Spunden
", Karl Moosmann, der sein Ökonomiegebäude
zu einem Wohnhaus „Am Roßgumpen
" umbaute. Interessant ist eine der Baugenehmigung
beigefügte Notiz: „Es ist die Einrichtung
getroffen, den Abtritt vom Fluß aus
zu leeren!" Was im Klartext heißen soll:
Wenn es der Wasserstand zuläßt, kann der
„Spunden" gezogen werden. Eine durchaus
übliche und praktikable Methode, um die Fäkalien
kostenlos in den Bach zu entsorgen!
Nicht von ungefähr wurden in den 20er und
ersten 30er Jahren immer wieder Klagen
über „Geruchsbelästigung" vom „Kirchenbach
" bei Niedrigwasser laut. Erst durch Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen
ab 1934 wurde
der „Kirchenbach" eingepflastert und die
Kanalisation der Stadt durchgeführt.
Bemerkenswert an diesem Wappenschild
über der Eingangstür ist der Jugendstil, der
noch an zwei weiteren Gebäuden aus dieser
Zeit zu erkennen ist: Es ist das vom gleichen
Baumeister entworfene und gebaute Haus An
der Steige 7 (s. 1.23), heute Chem. Reinigung
Neubauer, und das Haus Oberndorfer Str. 27
(s. 1.24), jetzt Metzgerei Hezel, früher Tierarzt
Dr. Beck. Beide Häuser zeigen in den offenen
Flächen über den Fensterbögen im Obergeschoß
im gleichen Stil farblich gleiche Bilder
mit Heimat-, Trachten- und Tiermotiven.

Abb. 1.22: Wappenschild am Gebäude Nr. 4 in der
Sängerstraße

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