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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/kraez_13/0064
Stefan King:

DER SPECKSEPPLEHOF UND SEINE EINORDNUNG
IN DIE REGIONALE HAUSTYPOLOGIE

In der Nacht zum 1. Oktober 1989 stand der Specksepplehof auf dem Sulgen lichterloh in
Flammen. Viele werden diesen Schrecken noch im Gedächtnis haben. Die liegengelassenen
Trümmer hielten noch lange Zeit die Erinnerung an das stattliche Hofgebäude wach, und
das vom Feuer verschont gebliebene Speichergebäude scheint noch immer geduldig auf das
größere Gegenüber zu warten.

In der Ausgabe von „D'Kräz" Heft 10 (1990) wurde versucht, die Geschichte des Hofes und
seiner früheren Bewohner sowie das Hofgebäude selbst so gut wie noch möglich zu beschreiben
. Es wurde dabei festgestellt, daß die Grundrißanordnung und der konstruktive
Aufbau des Specksepplehofes der Hausform des „Gutacher Hauses" entsprachen, wie sie
Hermann Schilli in seinem 1953 erschienenen Werk „Das Schwarzwaldhaus" beschrieben
hat. Diese Hausform wurde nach Schilli im Gutachtal entwickelt und fand dann auch in
der weiteren Umgebung Anwendung. In diesem Zusammenhang stellen sich Fragen zur
Geschichte des Specksepplehofes, die bei dessen Beschreibung in Heft 10 ausgeklammert
worden waren: Warum entspricht der Specksepplehof gerade diesem „Gutacher Haus"? Gibt
oder gab es auf dem Sulgen noch mehr Vertreter dieser Hausform, sahen früher gar alle
Häuser so aus, oder war der Specksepplehof der einzige dieser Art? War er früher einmal
ein ganz normales Gebäude, eine Ausnahme oder sogar etwas Besonderes? Wie hätten
dann die anderen Hofgebäude auf dem Sulgen ausgesehen? Wie und warum wäre ein einzelner
Vertreter eines solchen „ Gutacher Hauses" hierher gelangt? Auf diese Fragen wird im
folgenden eine Antwort gesucht.

Specksepplehof

Um den Specksepplehof einordnen zu können
, sollen zum Vergleich verschiedene Hofgebäude
von Sulgen und der näheren Umgebung
herangezogen werden. Zunächst jedoch
muß der Specksepplehof in seinem konstruktiven
Aufbau, seiner ursprünglichen Raumaufteilung
und Nutzungsordnung dargestellt
werden (Abb. 1). Wie zweimal inschriftlich

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und auch dendrochronologisch nachgewiesen
ist, wurde der Specksepplehof im Jahre
1731 erbaut. Fast die gesamte Konstruktion
bestand aus Holz. Auf einem Schwellenrost
saßen mächtige Ständer, die über zwei Geschosse
durchliefen (Abb. 2). Sie trugen
Rähme und Unterzüge in Längsrichtung des
Gebäudes, auf denen dann das Dachgebälk
verlegt war. Geschoßriegel auf halber Höhe
trugen die Zwischendecke. Die Aussteifung
dieses Gerüstes erfolgte durch Kopfbänder
am oberen Ende der Ständer.
In den Ständern waren Nuten eingelassen,

die fast alle Wandfüllungen aufnehmen konnten
. Die Wandfüllungen um die Stube waren
aus horizontal angeordneten Bohlen mit dazwischenliegenden
Fensterbändern gebildet.
Die Außenwände der Kammern bestanden
aus horizontalen Bretterfüllungen mit integrierten
Fensterchen. Für die übrigen Füllungen
der Außen- und Innenwände, außer um
Küche und Stallbereich, waren einige Balken
horizontal in die Nuten eingelassen, kombiniert
mit vertikalen, kurzen Brettern darüber,
diese wiederum im steten Wechsel mit kurzen
, vertikalen Bälkchen. Um die Stallräume
waren Balken horizontal über die ganze Geschoßhöhe
in die Nuten eingelassen. Die Küche
war von ausgemauerten Fachwerkwänden
umgeben. Als Stubendecke dienten
starke Bohlen, die gleichzeitig die Geschoßdecke
in diesem Bereich ersetzten. Für alle
übrigen Decken mußten einfache Dielenböden
genügen.

Ein Kehlgebälk teilte den Dachraum in zwei

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