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zwei Varianten in Betracht gezogen werden.
Eine Möglichkeit wäre die Aufstallung beidseitig
der Tenne, welche dann auch als Futtergang
gedient hätte. Nach hinten blieben
dann noch zwei Zonen als Schopf und für andere
Nutzungen frei. Die andere Möglichkeit
wäre wie beim Specksepplehof die Rekonstruktion
von weiteren Kammern in der an
den Hausgang anschließenden Zone und die
Unterbringung des gesamten Stalles mit Futtergang
hinter der Tenne. Einen Schopf hätte
es danach nicht gegeben .
Kurz nach 1750, dendrochronologisch ermittelt
, wurde eine Tenne mit Hocheinfahrt im
Dach eingerichtet. Dazu mußte eine steile
Rampe angelegt und der Dachraum erweitert
werden, der dann mit einem Halbwalm über
dem Tennentor abschloß. Die ursprüngliche
Tenne wurde dadurch überflüssig, und in der
Folge konnte der gesamte Wirtschaftsteil umgestaltet
werden. Vor 1750 schon war ein
großer, offener Kamin über der Küche aufgemauert
worden. Ein Teil des Giebelfachwerks
scheint damals bereits bestanden zu haben.
Etwas abgerückt vom Hofgebäude steht ein
großer Speicherbau. Auf einen etwas abgesenkten
, großen Gewölbekeller ist ein
Fruchtkasten gesetzt, gezimmert in derselben
Weise wie der Speicherbau des Specksepple-
hofes, aber etwas größer. Heute liegen auf
der Eingangsseite die Treppen unter einem
Halbwalm, auf den übrigen Seiten ist das
Dach tief heruntergezogen.
Haus Seckinger im Giffizenmoos
Der Beschenhof wurde aufgrund seiner großen
Ähnlichkeit mit dem Specksepplehof
hier behandelt. Specksepplehof und Beschenhof
sind jedoch nicht die einzigen älteren
Bauernhäuser, die sich auf dem Sulgen und
darum herum noch erhalten haben. Ein weiteres
Beispiel ist das Haus Seckinger im Giffizenmoos
. Es wurde 1988 untersucht und do-
kumentiert (Abb. 7).
Im heute ausgebauten Türsturz steht das Jahr
der Erbauung 1679 zu lesen. Eine dendro-
chronologische Untersuchung bestätigte dieses
Ergebnis. Als Baumaterial fand auch hier
Abb. 4: Der Beschenhof, aufgenommen vor 1920
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