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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/kraez_13/0075
auch die älteren Gebäude zum Teil an diese
Entwicklung angepaßt. So glich sich der Baubestand
auf dem Sulgen weitgehend dem der
Neckarlandschaft an.

Sonderfall Specksepplehof

Aber wie steht es nun mit dem Specksepplehof
? Wie wir gesehen haben, gehörte der
Specksepplehof früher zu den größeren Hofgebäuden
und hob sich schon zur Erbauungszeit
deutlich vom übrigen Baubestand auf
dem Sulgen ab. Die Größe des Gebäudes, zusammen
mit dem einzelstehenden Speicher,
zeugte von der Wirtschaftskraft eines großen

Hofes. Wegen des umfangreichen Raumprogramms
, das hier untergebracht werden
sollte, wurde damals auf eine ausgereifte
Schwarzwälder Hausform zurückgegriffen
und deren überkommene Konstruktionsweise
unverändert übernommen. Zu einer
Zeit, als sich Fachwerk mit allen seinen Folgeerscheinungen
durchzusetzen begann,
muß der Specksepplehof bei seiner Erbauung
1731 schon etwas urtümlich gewirkt haben.
Gerade diese durch den außergewöhnlich guten
Erhaltungszustand zuletzt noch vielfach
verstärkte urtümliche Wirkung ließ den Verlust
des Specksepplehofes so schmerzlich
werden.

Anmerkungen

1 Siehe dazu auch in stark gekürzter Form: Otto Wößner, Unser
Schwarzwaldhaus, in „D'Kräz", Heft 1, S. 47 ff.

2 Eine ausführliche Beschreibung des Hofgebäudes durch den
Verfasser, zusammmengestellt aus Fotographien vor, während
und nach dem Brand, der Untersuchung der Trümmer
und aus dem Vergleich mit anderen Hauskonstruktionen der
Region in „D'Kräz", Heft 10, S. 60 ff. Damals mußte leider die
Abbildung des Querschnitts weggelassen werden, die zum
Verständnis des Textes unverzichtbar ist

3 Dendrochronologie: Eine aus den wetterabhängig unterschiedlich
stark gewachsenen Jahresringen erstellte Kurve
wird auf der bekannten Standardkurve eingepaßt. Hat man
den äußersten Ring, dann läßt sich das genaue Jahr des Holzeinschlags
ermitteln. Fast überall sind die Trockenrisse im
Holz erst nach der Bearbeitung entstanden, das Holz wurde
also saftfrisch noch im gleichen Jahr verbaut.

Eine Holzprobe wurde durch das Büro Lohrum/Bleyer, Etten-
heimmünster/Metzingen, ausgewertet

Untersuchung 1991 durch den Verfasser, finanziell unterstützt
durch das Landratsamt Rottweil. Dokumentation in
Form von zwei Grundrissen und einem Schnitt im Maßstab
1:50 mit zahlreichen Einträgen, dazu eine ausführliche Beschreibung
mit Grundrissen zur Rekonstruktion der Nutzungsordnung
.

Dokumentation der späteren Veränderungen nach Aufspürung
und Erstellung des Aufmaßes von Anne Hermann im
Jahre 1947 (Bestand der Universität Stuttgart, Institut für Architekturgeschichte
) .

Dendrochronologische Auswertung von sechs Holzproben
durch das o. a. Büro
5 Beispiel für die erste Variante das Gebäude Oberndorfer Straße
5 in Villingendorf, Datierung unklar. Untersuchung 1988
und 1992 durch den Verfasser.

Beispiele für die zweite Variante der Bühlhof oder der Obere
Geschwendhof in Gütenbach im Hochschwarzwald, veröffentlicht
bei U. Schnitzer (s. Literatur)

Untersuchung 1988 durch den Verfasser im Auftrag des Landesdenkmalamtes
. Dokumentation in Form eines verformungsgerechten
Aufmaßes mit drei Grundrissen, zwei

Schnitten und einer Ansicht im Maßstab 1:50 mit zahlreichen
Einträgen, dazu eine ausführliche Beschreibung.
Dendrochronologische Auswertung von sechs Holzproben
durch das o. a. Büro

In der Bauforschung wird bei durchgehenden Ständern über
mehrere Etagen von „Geschoßbau" gesprochen, bei der Ab-
zimmerung jeder Etage für sich von „Stockwerksbau". Die
Bezeichnungen „Erdgeschoß" und „Obergeschoß" bei späteren
Beschreibungen sind wertfrei verwendet
Beispiele dafür die Gebäude Alpirsbacher Straße 27 und 29
in Aichhalden-Rötenberg, erbaut in den Jahren 1654 bzw.
1655. Untersuchung 1991 bzw. 1989 durch den Verfasser
Gebäude Reißerweg 17 in Aichhalden, erbaut 1724. Untersuchung
1991 durch den Verfasser

Beispiel dafür das Gebäude Rottweiler Straße 3 in Dunnin-
gen, erbaut im Jahre 1697. Untersuchung 1988 durch den
Verfasser

Literatur

Max Lohss „Vom Bauernhaus in Württemberg und angrenzenden
Gebieten", Heidelberg 1932

Hermann Schilli „Das Schwarzwaldhaus", Stuttgart 1953
Franz Meckes „Die Schwarzwaldhäuser - Geschichte, Bestand,
Veränderungen" in: Ulrich Schnitzer „Schwarzwaldhäuser von
gestern für die Landwirtschaft von morgen", Arbeitsheft 2 des
Landesdenkmalamtes Baden-Württemberg, Stuttgart 1989
Hansjörg Schmid „Die Formen des bäuerlichen Anwesens im
Raum von Südwestalb und Bodensee bis zum Hochschwarzwald
", Neuhausen ob Eck 1988

* * *

Zum Schluß sei noch den Hausbesitzern gedankt, die mich bereitwillig
einließen, darunter ganz besonders den Eheleuten Et-
ter und der Familie Seckinger, denen ich längere Zeit zur Last
fallen mußte.

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