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Oberreute
Die Oberreute liegt auf halber Strecke zwischen
dem Ortskern des früheren Sulgau und
der Parzelle Brambach bei Heiligenbronn. Ihr
Mittelpunkt ist wohl das Gasthaus „Zum
Kreuz" von Franz und Angelika Männle, das
sich wegen seiner guten Speisekarte und seiner
modernen Gasträume großer Beliebtheit
erfreut (Abb. 1 und 2).
Reute entspricht mhd. riute und bezeichnet
ein Stück Land, das durch „Riuten" urbar
gemacht wurde. Durch die Rodung entstanden
Platten für die aus dem Wald ausgehauenen
Ackerstücke, so etwa Brandplatte, eine
kahle, vom Wald entblößte Stelle. Das Reuten
(schwäb. Reiten) erfolgte durch Ausgraben
von Bäumen, Büschen und Wurzelstöcken.
Die Flur- und Ortsnamen mit Reut-, Röt-, oder
Rait- beziehen sich meist auf Flurstellen und
Siedlungen, die tief in das Gebiet des Bund-
und Stubensandsteins eindrangen. Hierher
gehören viele Flur- und Ortsnamen, wie etwa
Reutäcker, Ruitfelde, Buchinruit, Rittbühl,
„uff em Raiteberg", Reutin usw. Auf die alemannische
Landnahme im 3. Jh. folgte die
Zeit des Ausbaus, vor allem von der Mitte des
7. Jh. an, in der im Rahmen einer gewaltigen
Binnensiedlung die altüberkommene Anbaufläche
vermehrt und das einst riesige Waldgebiet
urbar gemacht wurde. Die Bewohner der
Oberreute, von Aichhalden und Laublinden
besuchten, wie Ottmar Lamprecht nachweist
, die St.-Martinskirche in der Lichtenau
(Heiligenbronn) beim Burgstall, deren Kirchenpatron
später auf die Kirche in Aichhalden
übertragen wurde. Die Oberreute ist
wohl schon früher bewohnt gewesen als der
alte Ortskern um die sumpfige Waldlichtung
an der „Sulgemer Suhle" bei der Kirchen-
brunnenquelle. Sicherlich lag die Oberreute
auch an einem wichtigen Weg vom Neckartal
zu den Tälern des mittleren Schwarzwaldes.
Heuwies
So heißt der Flurname im Volksmund, der das
Gebiet vom Haus Rottweiler Straße 36 (Erich
Mayer) bis zum Dunninger Wald, wo die
Grenze der Herrschaft Schramberg lag, bezeichnet
. Zu Sulgau gehörten bis 1934 die
Häuser an der Rottweiler Straße Nr. 36, Nr.
Abb. 1: Das*im Jahre 1908 erbaute Gasthaus „Zum Kreuz" auf der Oberreute (Nr. 2) nach einer Aufnahme
aus den dreißiger Jahren. Es erhielt seinen Namen nach dem zwischen der alten (s. Abb. 2) und
der neuen Wirtschaft im selben Jahr von Joseph Flaig errichteten Feldkreuz. (Karte von K. Zey f)
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