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diente er sich aber mit einer bescheidenen
Schreinerei im Staighäusleweg sein Brot. Der
letzte Betreiber des Tummelhofes war Eugen
Ohler und nach dessen Tod, anfangs der fünfziger
Jahre, seine Frau Maria geb. Pf äff. W.
Keinath meint zum Hofnamen: „Auf den Tummelplätzen
und Tummelhöfen tummelten
sich die Pferde, auf den Reitplätzen wurden
sie zugeritten." Lange Zeit tummelten sich
um den Tümpel am Waldrand auch die Schafherden
, wenn sie zur Tränke gingen, bevor
sie eingepfercht wurden oder ehe sie weiterzogen
. In gleicher Bedeutung wie Gumpen
erscheint Tümpel (mhd. tümpfel) in Formen
wie Dumpf Vertiefung, daher auch Dumpfwiesen
. Vertiefte Stellen mit Regenwasser
nannte man nach Keinath auch Dimpfel,
Dämpfel oderWerre.
Attenbach
So heißt der Flurname für die Häusergruppe
600 m südwestlich des Tummelhofes, heute
Heuwies Nr. 2, 3 und 4. Aitenbach heißt aber
auch das kleine Bächlein, das seine Wasserzufuhr
von den „Fichtäckern" (Feucht-), vom
Pfarrwidd und Siechengraben hat und die
Heuwies von Westen nach Osten durchfließt,
bis es sich im Dunninger Wald mit dem Eberbach
vereinigt, der auf der Stampfe in die
Eschach mündet. In früherer Zeit schlängelte
es sich durch die feuchte Niederung der Heuwies
. Bei langanhaltenden Regengüssen und
in nassen Jahren überschwemmte es Wiesen
und Äcker und bot für Frösche und Kröten
günstige Laichmöglichkeiten. Nach Meinung
des früheren Rektors J. Günter versteht man
unter „Oaten" Frösche, deren Gequake sich
anhört wie „oat, oat, oat ..." Danach wäre
Aitenbach aus Oatenbach entstanden. Erwähnenswert
ist auch der Hinweis von Archivar
Haas, wonach der Flurname zeitweise Ottenbach
geheißen habe. Die volkstümliche Auslegung
für Aitenbach ist Eiterbach, weil das
Wasser z.T. vom Siechengraben kam, wo im
Mittelalter das Siechenhaus mit den Pestkranken
und Aussätzigen stand. Nach W. Keinath
weisen auf sonstige Eigenschaften des Wassers
Aitrach, Eiterbach (wegen ätzender
Kälte) hin, was beim Aitenbach voll zutrifft,
weshalb man dort wegen der starken Rauhreifgefahr
und dem feuchtkalten Nebel kaum
Obstbäume vorfindet. Eiten (mhd. eiten,
schwäb. oiten im Sinne von brennen, glühen)
kann in Eitenwang, Eitenbühl und vielleicht
auch in Aitenbach vorliegen. Auf unsauberen,
unreinen Untergrund mag sich Eiße (mhd.
eiz, schwäb. oi Geschwür, Eiterbeule) in
Landaisen, ferner Eiter (mhd., schwäb. oi tierisches
Gift), in Eiterfeld, Aiterbach, Aitrach
(mit schädlichem, giftigem Wasser) beziehen.
(wird fortgesetzt)
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