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Abb. 4a: Mühlstein aus der alten gräfl. Bannmühle,
heute neben dem Eingang zum ehemaligen „Wasserhaus
" der früheren Mühle
Foto: H. Link
beiden Hofgütern gehörte, vom Kommandanten
Konrad Wiederhold für 17 Reichstaler kaufen
. Wir hatten aber nur wenig davon, denn bei
drei folgenschweren Durchzügen der Schweden
hat deren „Soldateska" alles aufgezehrt
bzw. mitgenommen, was sie an Roß, Vieh,
Nahrung und Hausrat gefunden. Das übrige ist
verwüstet worden."
Der Amtmann - nun ein Würtemberger mit
Sitz in Schiltach - bestätigte im großen und
ganzen, was „diese 18 Schrambergische arme
Underthanen" an ihren neuen Landesherrn
„supplicando" (mit flehentlichem Bitten -
Verf.) herantrugen.
Die herzogliche Kanzlei, wo das Bittschreiben
am 31. März 1634 eingeht, legt dieses dem
Herzog mit folgendem Vermerk zur Entscheidung
vor: „Achtzehn Untertanen aus dem Stab
Schramberg... bitten um Nachlaß des fälligen
doppelten Bestandzinses und um Belassung
bei dem ursprünglichen einfachen Zins für die
übrigen Jahre."
Mit Datum vom 28.April 1634 gewährt Herzog
Eberhard allergnädigst die „Reduktion" des
Zinses. -
Anfang 1634 war der Amtmann von Schramberg
aufgefordert worden, die Kriegsschäden
in der Herrschaft und die Zahl der zum Wiederaufbau
benötigten Baumstämme zu melden
. Die beiden Berichte, mit denen das geschah
, waren von der herzoglichen Kanzlei mit
dem Vermerk zurückgegangen, zu prüfen, ob
die Anzahl der Stämme nicht gekürzt werden
könne. Außerdem sei für den Wiederaufbau
Abb. 4b: Mühlstein der gräfl. Bannmühle, hergestellt
von Steinmetz R. S. im Jahre 1711, gefunden
1963 bei der Sanierung des Göttelbachs
Foto: O. Roth f
der Papiermühle und der Wirtshäuser die Herrschaft
allein zuständig; sie seien daher von ihr
oder aber der Gemeinde wiederaufzubauen.
Ähnliches gelte für den Wiederaufbau der
Pfarrhäuser, nur daß in diesem Fall das Holz von
dem „Heiligen" (Heiligenfabrik - Verf.) oder
sonstwoher geliefert werden müsse.
Aus diesem Vorgang wird deutlich, wie groß
die Kriegsschäden damals gewesen sein müssen
. Während für den Wiederaufbau der Wohnhäuser
und der dazugehörigen Wirtschaftsgebäude
ein jeder selbst zu sorgen hatte, sollten
die öffentlichen Gebäude vom „Staat" wiederaufgebaut
werden. Zwar fühlte sich der protestantische
Fürst für die kirchlichen Gebäude
nicht zuständig, aber er ließ immerhin die von
Rochus Merz gegründete katholische Kirchenstiftung16
, aus der die Pfarrer alimentiert und
die Gotteshäuser unterhalten wurden, unangetastet
.
Insgesamt wurden - so der neue Bericht vom
8. März 1634 - für den Wiederaufbau der weltlichen
Gebäude „im Thal oder Dorff Schramberg
" 1.700 Stämme Eichen- oder Tannenholz
benötigt, die alle in den herrschaftlichen Waldungen
zu schlagen seien. Dabei ist auch die
Bann- oder Mahlmühle genannt, „worin die
Untertanen in Schramberg, Sulgau (!) und Aichhalden
von Alters gebannt" seien. Ihre Maße
betrugen in der Länge 70 und in der Breite 40
Schuh. Zum Wiederaufbau der Mühle seien
allein schon 300 Stämme nötig. Neben dem
Wiederaufbau der „wohleinträglichen Bannmühle
" müßte vor allem der Sitz des Amt-
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