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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/kraez_21/0005
Abb. 1: David Rötlins Pürschgerichtskarte von 1564 (Ausschnitt)

det ist, und als zweiter Schritt folge im Vergleich
, was wir aus den anderen Quellen über
das damalige Heiligenbronn erfahren.
Hinter einem Zaun, der Hofreit oder Dorfetter
als besonderen Rechtsbereich vom Umland
trennt und Tiere abhält, fällt zuerst eine gotische
Kirche ins Auge, deren Chor natürlich
nach Osten zeigt. Sie ist nicht viel kleiner als
die Dorfkirchen der Gegend, hat aber keinen
der ortsüblich stämmigen Kirchtürme, nicht
einmal einen Dachreiter. Links wird sie überragt
von einem Haus, dessen Höhe, Steinbauweise
und Giebelfenster es in dieser Welt eher
als sozial gehoben oder gar herrschaftlich denn
als bäuerlich erscheinen lassen. Kirche und
Steinhaus stehen zueinander im rechten Winkel
und bilden so einen Hof oder Platz. Eine
hölzerne Scheune, ein Galgenziehbrunnen und
ein unbekannter, eckiger Gegenstand, der östlich
des Wegs nach Seedorf aus dem Boden ragt
runden das Ensemble ab. Wir dürfen uns auf
Rötlins treffsichere Charakteristik des Ortes
verlassen, auch wenn er hier wie in vielen
Orten Bauten von geringerer Bedeutung weglassen
musste.

In die Beschreibung der unmittelbaren Umgebung
dürfen wir unsere topografischen Kenntnisse
bereits interpretierend einfließen lassen.
So läuft der heute noch stehende Hochwald
von Waldmössingen her als Buschwerk in der
damals sumpfigen Senke des Eschachtales aus,
welches sich flach und waldlos nach Norden
zur Quelle zwischen Aichhalden und Rötenberg
hinzieht. Wir finden den Fluss südlich
wieder im Burggraben von Seedorf, wo er bald
den Weiherbach aufnimmt, der von Westen
durch den Seedorfer Wald hereinfließt. Dieser
Wald reicht bis an (vor) die Häuser unseres
Ortes, den wir bereits Heiligenbronn nennen
wollen. Dieser ist durch gerodete Ackerflächen
und die feuchte Niederung des Seltenbaches
vom Aichhaider Wäldle getrennt, neben welchem
der Weg nach Hinteraichhalden weiterführt
. Rötlin musste hier nichts weglassen:
Eschach und Seltenbach waren bis zur Flusskorrektur
von 1913 in ihren moorigen Flachtälern
kaum auszumachen. Der Name „Seltenbach
" sagt es schon. Im Osten wird die große
baumlose Fläche zwischen Heiligenbronn, Seedorf
und Waldmössingen beherrscht durch ein

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