Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/kraez_21/0007
Abb. 2: Die Gebäude von Schwarzwaldstube und W. Fehrenbacher markieren die ungefähren Standorte
von alter Kirche und Maierhof und lassen in ihrer ursprünglichen Ausrichtung den ehemaligen Kirchplatz
erkennen. Zwischen ihnen verlief die alte Hauptverbindung quer zum Bild von Seedorf (links) hinunter
zum „Heiligen Brunnen"(rechts) Foto: U. Windhab

weilige Aufenthalte des Guardians aus dem
Mutterkloster missverstanden worden waren
(13>. Der Abbruch dieser auffälligen Aktivitäten
der Villinger Minoriten in ihrer Heiligenbron-
ner Filiale lässt sich nach den genannten Akten
auf 1493 datieren, womit er seinen dramatischen
Grund in der Pest (damals Sammelbegriff
für mehrere epidemische Krankheiten) findet,
die in diesem Jahr wie nochmals 1519 fast das
ganze Villinger Kloster ausrottete <l4>. Da man
sich dort zudem bald auch intern mit der Reformation
auseinandersetzen musste, war nun in
Heiligenbronn kein größeres Engagement
mehr möglich, als „die Kürchen des Orts mit
einem unsers Ordens zu versehen, die Ampter
der Heiligen Meß, Jahrzeytt und ander Gottesdienst
allda halten und vollbringen lassen", bis
schließlich der Ort auch diesen einen Priester
nicht mehr tragen konnte. Nun gaben die Villinger
Mönche ihr ganzes Heiligenbronner
Eigentum Ludwig Rechberger zum Lehen. Dieser
war als illegitimer Sohn von Ludwig von

Rechberg, der wiederum die bereits genannte
Götz-Gestalt Hans von Rechberg als Vater hatte,
zum Burgvogt auf dem Schramberg aufgestiegen
und übte dieses Amt mindestens bis 1526
aus, als die Herrschaft an Hans von Landenberg
verkauft wurde. Rechberger, der weiterhin
Funktionen eines Amtmannes ausübte, muss
das Heiligenbronner Lehen ungefähr um diese
Zeit in Pacht genommen haben, wo er schließlich
am 29. Juni 1538 im Verlauf der Landen-
berger-Fehde von den Rottweilern überfallen
wurde, um in der Stadt gefoltert zu werden <15>.
Dabei muss in Heiligenbronn „derselb Hoff
sampt sein Kürch, Heusern, Scheuren, Stellen
und Guetern in merglichen Mißbaw, Abgang,
Mündrung und Undeyen" <l6>, also zu empfindlichen
Schäden am Bau und sonstiger Wertminderung
gekommen sein. Reparatur bzw.
Wiederaufbau hätte aber die Kräfte der klösterlichen
Eigentümer in Villingen überfordert, die
sich nun zum Verkauf bereit zeigten. Der inzwischen
freigelassene Rechberger schaltete sich

5


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/kraez_21/0007