Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/kraez_21/0027
Zahlstelle. Erster Vorsitzender des Christlichen
Holzarbeiterverbandes war offenbar der Schreiner
Edmund Schreiber (1871-1957),46 dem der
Schreiner Anton Aberle (1863-1945) folgte (ST
12.11.1910). Der Zentralverband christlicher
Holzarbeiter entstand am 1. Juli 1899 aus den
entsprechenden Fachabteilungen einiger katholischer
Arbeitervereine. Der entscheidende
Anstoß kam von der Fachsektion der Holzarbeiter
im Verband Arbeiterschutz der bayrischen
Landeshauptstadt München, die auf dem
Gründungskongress des Gesamtverbandes der
Christlichen Gewerkschaften Deutschlands
durch Adam Stegerwald (1874-1945) vertreten
wurde, der von seiner Fachsektion den Auftrag
zur Gründung eines Zentralverbandes hatte.
Innerhalb des Gesamtverbandes der Christlichen
Gewerkschaften Deutschlands war der
Zentralverband christlicher Holzarbeiter aber
einer der weniger einflussreichen Berufsverbände
, trug aber wesentlich zur Durchsetzung
von Tarifverträgen bei, bei der er auch in der
Industriestadt Schramberg eine Vorreiterrolle
einnahm.47

Zu einem sehr bedeutenden Vertreter der
Christlichen Gewerkschaften entwickelte sich
in dieser Zeit der junge Schreiner Josef Andre
(1879-1950) aus Schramberg (Abb. 6). Nach
seiner Lehre bei dem Schramberger Schreinermeister
und Sozialdemokraten Leo Ganter
(1859-1949) kam er bei seiner Wanderschaft
im Jahr 1897 auch in die Landeshauptstadt
Stuttgart und schloss sich dort im Alter von 18
Jahren dem Katholischen Arbeiterverein sowie
zunächst dem sozialdemokratischen Deutschen
Holzarbeiterverband an, dem er aber nur
kurzzeitig angehörte, „weil mir der politische
und antireligiöse Geist, der in den freien
Gewerkschaften herrschte, und den ich bei
meinem Beitritt noch nicht erkannt hatte, nicht
paßte". Dennoch blieb er zunächst Mitglied, da
er die Gewerkschaftsorganisation im Grundsatz
befürwortete und bei seinem Arbeitgeber

Abb. 5: Werbepostkarte des Christlichen Metallarbeiterverbandes
um 1905. Der Christliche Metallarbeiterverband
war die bedeutendste Einzelgewerkschaft
im Gesamtverband der Christlichen
Gewerkschaften Deutschlands und wurde am 15.
Oktober 1899 als Christlich-Sozialer Metallarbeiterverband
gegründet.

Vorlage: Archiv Carsten Kohlmann

alle Kollegen bereits organisiert waren. Er
begann sich aber bald an führender Stelle im
Katholischen Arbeiterverein für berufsspezifische
Fachabteilungen einzusetzen, trat nach
deren Bildung sofort aus dem Deutschen Holzarbeiterverband
aus und war einer der Hauptinitiatoren
für die Gründung der Christlichen
Gewerkschaften im Königreich Württemberg,
für die er den Zentralverband christlicher Holzarbeiter
aufbaute (SchT 19.7.1908). Nach intensiver
Weiterbildung in der Zentrale des Volksvereins
für das katholische Deutschland in
Mönchengladbach übernahm der außerordentlich
kenntnisreiche und rhetorisch befähigte
Josef Andre am 1. April 1904 im Alter von 25
Jahren die Leitung des zuvor von Matthias Erz-
berger (1875-1921) gegründeten und geleiteten
Arbeitersekretariats der Diözese Rottenburg
und begann sich auch für das Zentrum
politisch zu engagieren, für das er 1906
zunächst vorläufig und 1908 schließlich definitiv
auch als erster Vertreter der Christlichen
Gewerkschaften in den württembergischen
Landtag einzog.48

Abb. 6: Josef Andre (1879-1950) aus Schramberg -
hier mit seiner Frau Balbine Andre, geborene Faist
(1881-1932) - war einer der Gründer des Zentralverbandes
christlicher Holzarbeiter im Königreich
Württemberg und engagierte sich als Zentrumspolitiker
bereits im Kaiserreich für die Christlichen
Gewerkschaften. Vorlage: Stadtarchiv Schramberg

25


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/kraez_21/0027