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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/kraez_21/0048
nommen worden. Beängstigend füllte sich der
Platz vor der Hl. Geistkirche, und nur mit großer
Mühe konnte die Polizei die Straße für
den Verkehr freihalten. Die Jugend hat
Schramberg nicht enttäuscht, und selbst die
kühnsten Erwartungen wurden übertroffen.
Meldung auf Meldung lief im Tagungsbüro
ein und immer kamen noch mehr. Um 1/29
Uhr war die Kirche dicht gefüllt, und trotzdem
kamen noch Hunderte und Aberhunderte
, die alle Einlass begehrten.
Die Bänke waren dicht gefüllt, die Gänge
ausgenützt bis zum Äussersten, auf der
Empore stand die Jugend 4- und 5fach hintereinander
, über 4000 mögen es gewesen
sein. „Uns rufet die Stunde ..." Erwachsene
hatten in der Hl. Geistkirche keinen Zutritt,
für dieselben wurden alle Feiern in die Stadtpfarrkirche
übertragen, was voll gelungen
ist. Banner um Banner entrollte sich vor der
Kirche, leuchtend das Schwarz-Rot der Christusbanner
, das Rot-Weiss der Mädchenvereine
, die großen M auf den gelben Bannern
der marianischen Jugend, das strahlende
Blau der Lilienbanner der Pfadfinder und
die schwarz-goldenen Banner der Kolpings-
söhne. Dazu das schlichte Grau der Sturmschar7
, Pfadfinder und Neudeutsche in ihren
grünen Hemden, das alles zusammen war
ein grossartiges, farbenfrohes Bild. [Die]
Sturmschar stand Spalier, und stolz flatterten
die Banner zum Empfang ihres Bischofs
im Winde. Um 1/410 Uhr fuhr der Bischof
im Auto an, begleitet von Diözesanpräses
Straub und von stürmischen Heilrufen be-
grüsst.

Mit Kreuz und Fahne empfing ihn die Geistlichkeit
am Portal, geleitete ihn vor zum
Altar - und dahinter in ernstem, würdigem
Aufmarsch alle Banner, die sich im Halbkreis
vorn um den Altar gruppierten. H.H. Stadtpfarrer
Schmitt hiess unsern Bischof im
Namen der Seelsorger, der Jugend und der
Schramberger Katholiken herzlich willkommen
. Der Bischof bestieg, sichtlich ergriffen
über den herzlichen und stürmischen Empfang
, die Kanzel, um in einer Predigt zu seiner
Jugend zu sprechen:
„Furchtlos und treu!" waren die Leitgedanken
seiner Worte, den alten Wahlspruch der
Schwaben nahm er zur Richtschnur seiner

Bischof Sproll beim Einzug in die Heiliggeistkirche,
24.3.1935

Predigt. Vor unsern Augen wurde die Furchtlosigkeit
eines heiligen Martinus lebendig,
seine Treue zum Christusglauben. Das war
ein flammender Aufruf für die Reinhaltung
unseres Glaubens in den Strömungen der
Zeit. Im Anschluss zelebrierte Diözesanpräses
Straub die Hl. Messe, und die Jugend sang
die Speyrer Domfestmesse.
Das war ein gewaltiges Brausen durch die
weiten Hallen, wie es zuvor noch nie in diesem
Gotteshaus erklungen war. „Dank sei
DIR, Heiland, geweiht", das Schlusslied der
Festmesse, war ein gewaltiger Ausklang dieser
hehren Morgenfeier.

Um II Uhr sprach der Bischof im Marienheim
zu den Jungführern des Bezirks, sie
hinweisend auf die Grösse ihrer Berufung,
Apostel zu sein in der Jungen Kirche. Im gleichen
Sinn sprach noch unser Diözesanführer
Erwin Haussier, noch aufrufend zur Treue
unserm geliebten Bischof gegenüber.
Um 2 Uhr füllten sich abermals die weiten
Hallen des Gotteshauses bis auf den letzten

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