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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/kraez_21/0059
Reaktionen auf den Bischofstag

Die Reaktionen auf den Bischofstag waren - je
nachdem, welchem politischen oder religiösen
Lager die Betroffenen angehörten - sehr unterschiedlich
. Stadtpfarrer Schmitt fasste seine Eindrücke
folgendermaßen zusammen:
„ Von der Mehrzahl der Bevölkerung (auch
von Protestanten), die in sehr grosser Erregung
war, wurden die Demonstrationen
gegen den Bischof scharf verurteilt. Die
N.S.DA.P.hat dadurch sicher nicht gewonnen,
was von massgebender Seite auch zugegeben
wurde. ... Für diese [Katholiken] war der
Bischofstag ganz sicher ein ganz grosser
Erfolg, eine Stärkung des katholischen Bewußtseins
, eine Hebung des Mutes und Vertrauens
. Viele sind aufgewacht, weil die
Gedanken vieler Herzen offenbar geworden
sind.... Die Katholiken sind dem Bischof aus
aufrichtigem Herzen dankbar für sein mannhaftes
, apostolisches Auftreten, für seine kernkatholischen
, freimütigen, richtunggebenden
Worte. Man wird vom Bischofstag Schram-
berg noch lange reden, und noch lange wird
man davon zehren. "2 i

Die tätlichen Angriffe der HJ auf katholische
Mädchen und Jungen in abfahrbereiten Bussen
auf dem Berneckschulplatz führten in Geislingen
bei Balingen zu Konsequenzen. Vikar Böh-
ringer berichtet davon mit folgenden Worten:
„Dieser Vorfall brachte in unsere Gemeinde
eine große Erregung, und die Folge war, daß
sich etliche Mädchen sofort beim B.d.M. abgemeldet
haben, zumal da auch Mädchen aus
dem B.d.M. von Geislingen in Schramberg
selbst Augenzeugen gewesen waren.
Darauf hat dann die Geislinger H.J.folgenden
Anschlag ausgehängt:
Achtung! Wichtig für die Hitlerjugend.
Uns allen sind die bedauerlichen Taten einiger
Hitlerjungen am Sonntag in Schramberg
bekannt. Wir geben zu, daß diese etwas zu
weit gegangen sind. Aber wir dulden nicht,
daß auf Grund dessen von gehässigen Personen
das Geschwätz verbreitet wird:,So ist die
ganze Hitlerjugend.' Wenn das schon so sein
soll, so nehmen sich die Herrschaften bitte an
der eigenen Nase, denn sogar unter den Päpsten
waren räudige Schafe. Und übrigens
braucht selbst das größte Pulverfaß wenigstens
einen Funken, um es zur Entzündung

zu bringen. Es geht darum der Appell an euch
Mädel und Jungens. Laßt euch nicht vom
ersten Ansturm knicken, zeigt, daß ihr würdig
seid, den Namen Adolf Hitlers zu tragen
und setzt selbst das letzte für seine Jugendbewegung
ein.

Über diesen Anschlag haben sich die Gutgesinnten
in der Gemeinde entrüstet, da man
sich mit den schlechten Päpsten entschuldigen
will und vor allem wegen des blaspbemiseben
letzten Satzes. Der Schramberger Bischofstag
hat unsere Jugend noch enger
zusammengeschlossen, und unsere Vereine
werden der Kirche und dem Bischof sicher
die Treue halten. "24

Auch in Rottweil verursachten die Angriffe der
HJ auf die Teilnehmer des Bischofstages eine
solche Beunruhigung unter der Bevölkerung,
dass sich der dortige Unterbannführer
Gscheidle zu einer „Richtigstellung" veranlasst
sah.

„Richtigstellung" des HJ-Unterbannführers
Gscheidle zum Schramberger Bischofstag, NS-
Volkszeitung vom 27.3.1935

Offenbar reichte die Leserzuschrift nicht aus,
um die Unruhe in der Bevölkerung zu beseitigen
. Daher wurde noch ein Flugblatt in Umlauf
gebracht. Darin beschwerte sich Gscheidle
über die Art und Weise, wie die katholischen
Jugendlichen den Bischofstag in Schramberg
inszenierten. Ihn störte besonders, dass 80 Fahnen
und Wimpel mitgeführt, Uniformen sowie
Schulterriemen getragen wurden und dass die

Eine notwendige Riciiligslelliiiig

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