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und von der orientalischen zur heimatlichen
Krippendarstellung. Nach 1984/85 und 1992/
93 war dies die dritte Krippenausstellung des
Stadtmuseums. Sie wurde von rund 9000 Menschen
besucht.
Das Dieselmuseum im Technologie- und Gewerbepark
H.A.U. öffnete im Jahr 2000 als
Außenstelle des Stadtmuseums seine Pforten.
Anlässlich der Heimattage wurde die architek-
tur- und industriegeschichtliche Sonderausstellung
„Gebaute Industriekultur - der Architekt
Philipp Jakob Manz 1861-1936" gezeigt. Der
1861 geborene Manz zählte zu den bedeutendsten
Industriearchitekten im deutschen
Südwesten. Von ihm stammt das 1904 als Umspannstation
konzipierte und 1911 als Dieselkraft
Station ausgebaute Jugendstilgebäude,
in dem heute das Dieselmuseum untergebracht
ist.6
Ausstellungsprogramm 2001
Auch im Jahr 2001 konnte das Stadtmuseum
einige interessante Sonderausstellungen präsentieren
. Den Auftakt machte eine Kunstausstellung
mit den Werken der Künstlerin Rose
Sommer-Leypold. Rose Sommer-Leypold wurde
1909 in Schramberg geboren. Ihre künstlerische
Ausbildung erfuhr sie an der Kunstakademie
in Stuttgart, wo sie Meisterschülerin
Anton Koligs wurde. Bei Kolig erlernte sie das
Porträtieren.7
Im Stadtmuseum wird ein umfangreicher Werkbestand
der Künstlerin verwahrt, den sie ihrer
Heimatstadt Schramberg zu ihrem 90sten Geburtstag
als Geschenk überließ.
Aus diesem Bestand wurden diesmal Aquarelle
gezeigt: einige frühe Porträts, hauptsächlich
jedoch aussagekräftige Bilder ihrer Reisen. Die
meisten der Bilder wurden mit dieser Ausstellung
erstmals der Öffentlichkeit zugänglich
gemacht.
Ein weiterer Höhepunkt des Jahres war die
Ausstellung „Im Wandel der Zelte", eine Ausstellung
zum 50-jährigen Bestehen der Pfadfinderschaft
St. Georg - Stamm Schramberg. Die
Ausstellung, die Einblicke in die Aktionen und
Geschichte der Pfadfinder gab, wurde von den
Schramberger Pfadfindern selbst konzipiert
und umgesetzt.
Die Klasse 13/2 des Technischen Gymnasiums
Rottweil hatte im Rahmen des Unterrichtsfaches
„Gestaltungs- und Medientechnik" einen
Raum im Museum gestaltet und eingerichtet.
„Lifetime" war der Titel dieser Ausstellung. Sie
beschäftigte sich mit dem Thema der Lebenszeit
bzw. der unterschiedlichen Zeitempfindung
der Menschen.
Im Dieselmuseum waren dieses Jahr Werke der
Schramberger Künstlerin Brigitte Landgrebe zu
sehen. Die farbenfrohen Ölgemälde, Bildobjekte
und Seidenbilder schufen einen interessanten
Kontrast zum technischen Dieselmotor
aus dem Jahre 1911.
Podium Kunst zeigte und zeigt im Jahr 2001
wieder Kunstwerke verschiedener zeitgenössischer
Künstler.
Museumspädagogische Aktionen
mit Kindern 2000/2001
Einen festen Platz im Jahresprogramm von
Familien in Schramberg und Umgebung haben
mittlerweile die vom Jugend- und Kinderbüro
Schramberg QUKS) durchgeführten Großspielprojekte
in der ersten Woche der Sommerferien
: Indianer spiele, Waldmössinger Sommer,
Filmpark und immer wieder als besonderer
Höhepunkt die Kinderspielstadt Mini-Schram-
berg. So befasste sich dieses Großspielprojekt
im Jahr 2000 mit dem aktuellen Thema Lokale
Agenda 21. Rund 500 Mini-Bürgerinnen und
Bürger hatten Gelegenheit, sich mit Fragen zu
ihrer eigenen Umgebung und Umwelt zu befassen
und auf spielerische Weise zu lernen, welche
Aufgaben und Verpflichtungen auf sie
zukommen werden in ihrem zukünftigen
Leben.8 Auch die Einrichtungen der Stadt werden
bei dieser Spielaktion transparent gemacht
. Traditionell beteiligte sich auch das
Stadtmuseum an dieser Aktion. Die Kinder hatten
im Museum die Möglichkeit, sich mit dem
Thema Kinderarbeit früher, am Beispiel der
Strohflechterei in Schramberg, und heute, am
Beispiel der so genannten Teppichkinder in
Indien, zu beschäftigen. Die Kinder konnten
sich im Strohflechten und Teppichknüpfen
probieren. Zusätzlich erhielten sie Hintergrundinformationen
zum Thema Kinderarbeit.
Im Sommer 2001 fand zum zweiten Mal eine
vom JUKS durchgeführte mehrwöchige Spielaktion
auf der Burgruine Hohenschramberg
statt. Hierbei wurden die Kinder in die Welt der
Ritter und Burgen entführt. Einen Tag lang hat-
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