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Zeitschrift und mussten anerkennen, dass es
dem Museums- und Geschichtsverein nicht nur
um eine politische Einf lussnahme auf das Stadtmuseum
ging, sondern durch die Zeitschrift
auch eine beachtliche Bereicherung des städtischen
Kulturlebens geschaffen wurde.
In der Summe ist in der 25-jährigen Geschichte
der Zeitschrift mit hunderten von Seiten und
hunderten von Abbildungen mittlerweile das
umfangreichste Geschichtswerk über die Stadt
und Raumschaft Schramberg aller Zeiten entstanden
, das allseits uneingeschränkt anerkannt
wird. Und zum Glück wird heute auch
nicht mehr alles so politisch gesehen wie
damals, nachdem in der Amtszeit von Oberbürgermeister
Dr. Herbert O. Zinell (*1951)
dank seiner vorbildlichen Moderatorenrolle
ein politisches Klima entstanden ist, in dem
politische Gegensätze nicht mehr so kontrovers
aufeinanderprallen wie früher. In den letzten
Jahren überwanden außerdem einige der
damaligen Kritiker ihre Vorbehalte vor dem
Museums- und Geschichtsverein und traten
bei - als erster Oberbürgermeister Dr. Herbert
O. Zinell, der am 29. November 1979 in der
Gruppe der SPD-Mitglieder war, die die Gründungsversammlung
verlassen hatte.
Neben der Diskussion über eine Trägerschaft
des Stadtmuseums wurde im Museums- und
Geschichtsverein auch von Anfang an über die
Herausgabe von Veröffentlichungen nachgedacht
, um den Geschichtsforschern der Stadt
und Raumschaft Schramberg ein Forum für
ihre Forschungsergebnisse zu bieten, die der
Öffentlichkeit nur gelegentlich über die Lokalpresse
bekannt wurden. Rektor i. R. Franz
Fehrenbacher, der 1979 auf Initiative von
Oberbürgermeister Dr. Roland Geitmann die
ehrenamtliche Leitung des nach dem Tod von
Gymnasialprofessor i.R. Werner Bopp verwaisten
Stadtarchivs übernahm und seine Neueinrichtung
im Kulturzentrum Schloss vorbereitete
, nahm bei den ersten Überlegungen über
die Herausgabe von Veröffentlichungen mit
Rektor i. R. Alfons Brauchle aus Hardt Kontakt
auf, der als Leiter einer 1976 unter dem Dach
der Volkshochschule gegründeten Arbeitsgemeinschaftfür
Heimatgeschichte und Volkskunde
um Rat gebeten wurde.
Am 13. April 1980 referierte Alfons Brauchle in
einer Vorstands- und Ausschusssitzung über
seine Forschungsarbeit zur Familien- und
Heimatgeschichte der ehemaligen Herrschaft
Schramberg und regte die Herausgabe einer Jahresschrift
oder eines vergleichbaren Periodi-
kums nach dem Vorbild anderer ihm bekannter
Geschichtsvereine wie zum Beispiel des
Geschichts- und Altertumsvereins Rottweil an.
Die Impulse von Alfons Brauchle wurden für
die Konzeption der Zeitschrift wegweisend.
Der über die Stadt Schramberg hinaus auch die
Raumschaft Schramberg einschließende Untertitel
der Zeitschrift geht auf ihn zurück, da
er in seinen Quellenstudien die vielfältigen
Beziehungen zwischen den ehemaligen Herrschaftsorten
erkannt hatte. „Heimatgeschichte
kann in Schramberg nicht nur Stadtgeschichte
sein", führte Alfons Brauchle aus, „vielmehr
muß sie die Geschichte der Landschaft, der
Herrschaft Schramberg sein." Die Beiträge sollten
nach seinem Rat ein möglichst breites
Spektrum beinhalten und von der politischen
und kirchlichen Geschichte bis zur Gesellschafts
-, Siedlungs- und Wirtschaftsgeschichte
reichen. Alfons Brauchle weiter: „Die veröffentlichten
Arbeiten müßten zunächst keinen
Bezug zueinander haben. Dieser Bezug könne
aber im Lauf der Jahre hergestellt werden, so
daß allmählich eine Stadtgeschichte entstehen
würde." Und so ist die D'Kräz dank ihres geistigen
Vaters Alfons Brauchle auch geworden!
Die Idee kam im Vorstand und Ausschuss des
Museums- und Geschichtsvereins gut an und
sollte in die Tat umgesetzt werden. Eine erste
Veröffentlichung könnte - so Alfons Brauchle -
voraussichtlich bereits am Ende des Jahres 1981
erscheinen. Zur Besprechung der inhaltlichen
Gestaltung und der finanziellen Fragen wurde
eine Projektgruppe Geschichtsforschung und
Publikationen gegründet, in der Oberstudiendirektor
Robert Ditter und Franz Fehrenbacher
federführend waren. Nach ersten Gesprächen
mit Straub Druck im Frühjahr 1981 berichteten
Robert Ditter und Franz Fehrenbacher im
Sommer 1981 über die vorgesehenen Beiträge
und stellten im Herbst 1981 die von Franz Fehrenbacher
stammende Idee für den Titel der
Zeitschrift vor, die zuerst Kräze - Beiträge zur
Geschichte der Stadt und Raumschaft Schramberg
heißen sollte.
Nach einer grammatikalischen und lexikalischen
Überprüfung durch Robert Ditter
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