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Herbert Halder:
ALFONS BRAUCHLE: SEIN LEBEN - SEIN WERK
Der Erzieher, Lehrer sowie Heimat- und Familienforscher Alfons Brauchte ist am 16. Mai 1912
in Erbach a. D., Kreis Ulm, geboren. Eltern waren der Reichsbahninspektor Albert Brauchte
und Auguste Mayer, eine gebürtige Schrambergerin aus dem Geschlecht der „Rappen-Mayerc<.
Dem Besuch der Volksschule seit 1919 schloss sich der Besuch der Oberrealschule von 1921
bis 1924 in Ulm an. Dann zog die Familie nach Schramberg in die Heimat der Mutter. Der
Vater wurde Vorsteher des Schramberger Güterbahnhofes.
Berufliche Stationen
Alfons Brauchte besuchte in Schramberg weiter
die Realschule, bis er 1927 nach Schulab-
schluss eine Lehrerausbildung an der katholischen
Lehrerausbildungsanstalt in Saulgau
besuchte. Diese schloss er dann 1933 mit der I.
Dienstprüfung für den Volksschuldienst ab.
Bereits 1928 begann er mit Heimatforschung
und war hierbei sicher auch inspiriert durch
seinen Lehrer an der Lehrerausbildungsanstalt
Josef K. Brechenmacher, ein bekannter Germanist
und Namenforscher.
Brauchle wurde aber schon zu seiner Schulzeit
als „der Historiker" bezeichnet, da sein Interesse
für Geschichte sich wohl schon recht früh
hervorhob. Er selbst sagte, dass Geschichte das
Schulfach war, das ihn am meisten interessierte
.
1933 leistete er ein Werkhalbjahr beim Straßenbau
in Ergenzingen ab. Die Situation für
eine Anstellung als Lehrer war in dieser Zeit
nicht einfach. Feste Anstellungen gab es keine.
Alfons Brauchle war deshalb an verschiedenen
Schulorten tätig, zeitweise sogar als Hauslehrer
, er war längere Zeit in Stuttgart, Böblingen,
Oberndorf, aber auch zu einem Praktikum in
Schramberg. Kürzere Zeit war er u. a. in Stetten
und Lackendorf tätig.
Der Zweite Weltkrieg
Zum Wehr- und Kriegsdienst wurde Alfons
Brauchle im Jahre 1939 eingezogen. Er war bei
der Flak, zunächst in Deutschland von Berchtesgaden
bis Sylt, dann in Dänemark und von
1943 bis 1945 in Italien von Neapel bis Bozen,
zuletzt als Oberleutnant, eingesetzt worden. In
Italien kam er an der Adria in Kriegsgefangenschaft
, aus welcher er am 22. Oktober 1945
Alfons Brauchle im Jahre 1985.
nach Münster in Westfalen entlassen wurde.
Er berichtete, dass er auch die bekannte
„Schlacht um Monte Cassino" miterlebt hatte.
Noch während des Krieges - im September
1944 - hatte Alfons Brauchle geheiratet, seine
Frau wurde Maria Schmitz aus Münster.
Als Lehrer nach Hardt
Nach der Entlassung aus der Gefangenschaft
wurde er vom Bezirksschulamt Rottweil zum
15. November 1945 als kommissarischer Schulleiter
in Hardt eingewiesen.
Bis zum 12. Oktober 1945 waren in Hardt
Besatzungstruppen untergebracht, die u. a.
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