http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/kraez_26/0063
gauer wurde „wegen erschwerter fahrlässigen
Tötung und fahrlässigen Körperverletzung zu
einer Gefängnisstrafe von 6 Monaten und Tragung
der Kosten verurteilt".3
Die Hebung des Hauses
Friseur Spitznagel, damals Haus von
Julius Kern, vor 100 Jahren
Noch während der Prozess lief, kam es in
Schramberg unter der Leitung von Rückgauer
zu einer weiteren Haushebung in der Lauterbacher
Straße. Das Haus von Julius Kern, heute
„Haus Spitznagel", sollte um 1,60 Meter angehoben
werden. Schon die Zeitgenossen rätselten
damals, was den Hauseigentümer bewog,
statt einen Neubau zu erstellen das auf 100 bis
150 Jahre geschätzte alte Haus zu heben. Den
Ausschlag für diese Entscheidung gab wohl die
neue Baulinie, die zu einem Verlust an Baugrund
geführt hätte4. Heute noch fällt auf, dass
das „Haus Spitznagel" fast zwei Meter von der
Baulinie abweicht.
Durch das Unglück in Nagold vorsichtig geworden
, schaltete sich bei dem geplanten Vorhaben
das Schramberger Stadtbauamt unter
Stadtbaumeister Schreier ein. Als Vorsichtsmaßnahme
erfolgte die vollständige Absperrung
der Lauterbacher Straße. Der Auseinanderriss,
bei dem das Haus um 1,60 Meter angehoben
wurde, erfolgte am 6. September 1906. Die
Arbeiten konnten bald erfolgreich abgeschlossen
werden.
Quellenangaben:
1 „Schramberger Anzeiger" vom 28. Juli 1903
2 „Schramberger Anzeiger" vom 29. August 1903
3 Berichte über den Unfall:
„Schramberger Anzeiger" vom 7. und 10. April 1906.
„Schwarzwälder Bote", Wochenend-Journal vom 6./7.Juli 2002
Berichte über den Prozess: „Schramberger Anzeiger" vom
23. Oktober 1906
4 „Schramberger Anzeiger" 1. und 8. September 1906
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