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Niko Junghans:
DER U(H)RSPRUNG
Die Ölmühle von Erhard Junghans
und Jakob Zeller an der Geißhalde
Niko Junghans, Ulm
Der Autor ist Ururenkel des Schramberger Firmengründers
Erhard Junghans (1823-1870). Ergehtauf
die Anfänge der Uhrenfabrik Junghans und ihre wirtschaftlichen
wie technischen Bedingungen ein, wie
sie am Anfang der für Schramberg so prägenden
Firmenentwicklung herrschten. Auch anhand neuer
Unterlagen rekonstruiert Niko Junghans die bauliche
Entwicklung und die Wasserkraftanlage etwa im Zeitraum
von 1859 bis 1870, in dem Fabrikgründer Junghans
an der Geißhalde zunächst 1859 mit seinem
Schwager Zell er (Zell er & Junghans) eine Ölmühle
und dann 1861 mit seinem Bruder Xaver (Gebrüder
Junghans) eine Uhrenfabrik aufbautet 1870 starb
Erhard Junghans mit nur 49 Jahren an einem Halsleiden
. Im kommenden Jahr jährt sich sein Todestag
damit zum 150. Mal.
Pläne für erstes Firmengebäude entdeckt
Etwa 2015 tauchten im Stadtarchiv Schramberg
Lage- und Gebäudepläne eines frühen Gebäudes
der Firma Junghans auf. Bei der Sichtung der vorhandenen
Pläne zu den Bauten der Firma Junghans
fiel auf, dass sich darunter kein Plan des als
„Ölmühle" oder „Bau 28" bekannten Gebäudes
431 befand (erste behördliche Nummerierung).
Aus Plänen für einen Anbau an Bau 28 konnten
jedoch wichtige Informationen ermittelt werden.
Daraus entstand ein Papiermodell von Gebäude
431. Weiter entstanden Papiermodelle der drei
nach der Ölmühle geplanten Bauten. Um zu klä-
1 s. auch Franz Fehrenbacher: Wie die Junghans nach Schramberg
kamen und hier eine Uhrenfabrik gründeten; in D'
KräzNr.6(1986),S. 16-22
4
ren, wie die Gebäude zueinander standen und
wie deren Lage zum Lauterbach sowie zum Fußweg
(nördlich des Firmengeländes) waren, entstand
auch ein Modell des Geländes.
Beim Anfertigen des Modells der Firma Zeller und
Junghans bzw. Junghans um das Jahr 1865 tauchten
weitere Fragen auf, unter anderem: Wie kam
das Wasser vom Lauterbach zum Bau 431? Zur
Klärung konnten nach einem Hinweis von Gebäudeverwalter
Klaus Dreyer und mit Genehmigung
des Besitzers der Wasserkraftanlage die Wasserbauunterlagen
im Umweltschutzamt Rottweil
eingesehen werden.
Dort fanden sich neben Plänen und Dokumenten
zum Wasserbau von 1860 auch Pläne für das Gebäude
431. Der erste Plan hat den Titel „Bauplan
zu einem neuen Wohnhaus für die Herren Zeller
und Junghans". Die Wasserbauunterlagen von
1860 wurden nicht vollständig gefunden. Alles
deutet zwar darauf hin, dass die Wasserkraft
mittels einer Turbine genutzt wurde. Es fanden
sich aber keine Unterlagen, die Aufschluss über
Details der Turbine gaben oder was für eine Turbine
eingesetzt wurde.
Die Personen: Firmenpartner Jakob Zeller
Über Jakob Christian Zeller ist kaum etwas bekannt
, noch nicht einmal seine Lebensdaten. Er
war verheiratet mit Susanna Wilhelmina geb. Tob-
ler, der Schwester von Luise Dorothea geb. Tobler
(1821 -1910), Gattin von Erhard Junghans - beide
Töchter von Johannes Tobler, dem Geschäftsführer
der Strohmanufaktur Haas. Auch über Susanna
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