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mern ohne Angaben zur Nutzung. Im nord-öst-
lichen, als Küche bezeichneten Zimmer ist vermutlich
eine Abzugsesse eingezeichnet. In drei
der anderen Zimmer sind ebenfalls Rechtecke
eingezeichnet - vermutlich Heizöfen.
Umbau des Gebäudes 1866
Bereits für 1866 liegt ein weiterer Plan für einen
Umbau vor. Die Lage des Treppenhauses wurde
verändert, ebenso die Nutzung der Räume. Im
Grundriss des Souterrains ist „Mechanische Werkstätte
" eingetragen. Der 1. Stock ist mit „Schreiner
Werkstätte" beschriftet und es ist ein Leimofen
eingezeichnet.
Im 2. Stock hat sich nur die Lage des Treppenhauses
und damit auch die Größe der Küche verändert
. Die Speisekammer ist entfallen, der Abtritt
verlegt. Die anderen Räume sind nach wie vor
Zimmer. Zur Nutzung vorgesehen ist auch der
Dachboden. Hier befinden sich ein Lackier-Zim-
mer, zwei Kammern und ein Zimmer. Lackieren
ist ein Verfahren, welches laut anderen Aufzeichnungen
auch neu aus den USA übernommen wurde
. Holzoberflächen wurden bislang üblicherweise
geölt oder gewachst.
Energie aus der Hirbinenanlage
Bis zum Bau der Dampfsägemühle nach 1870 war
die Ölmühle das einzige Gebäude, welches über
Antriebsenergie verfügte. Die Turbine erzeugte
ca. 20 bis 25 PS.11 Die Turbinenanlage wurde
1865 umgebaut. Was genau verändert wurde, ist
nicht bekannt. Die Verteilung der Energie erfolgte
üblicherweise mittels Transmissionen. Es überrascht
, dass im Grundriss kein Raum für die Turbine
eingezeichnet wurde. Ebenso unerwartet ist
die Lage des Treppenhauses nach dem Umbau.
Es wäre zu erwarten gewesen, dass an der Stelle
des neuen Treppenhauses eine Welle die Energie
ins Haus leitet.
Auf einem vor 1875 aufgenommenen Foto mit den
ersten Gebäuden der Uhrenfabrik ist zu sehen,
dass eine Gaube in das als Ölmühle errichtete
U(h)rsprungsgebäude eingezogen ist. Sie ist auch
in die Ansicht der Ölmühle von Westen aufgenom-
11 Zeittafel der Firma Junghans von Dr. Oskar Junghans u.a.
10
V,
/ Ar-
T
Utvrw.
Grundriss des ersten Stocks im Gebäude 431, der
Junghans-Zellerschen Ölmühle
men, die im Buch zum 150. Firmenjubiläum enthalten
ist.12 Darauf ist auch der Anbau für die Turbine
und ein Holzverschlag im 2. Stock zu sehen.
In einem Bericht über die Firma von 1914 ist für
die Nutzung des ältesten Gebäudes „ Vernickelei"
angegeben. Neben dieser Angabe ist derzeit nichts
weiteres bekannt. Das später unter der Nummer
28 geführte Haus wird auf weiteren Lageplänen
stets als „Fabrikgebäude" beschriftet. Auf einem
Lageplan von 1963 wird das Gebäude unter „wird
frei zum Abbrechen" aufgeführt. Dass der Abbruch
noch auf sich warten ließ, beweist ein Bild von
1982, auf dem Bau 28 noch steht. Inzwischen ist
12 s.Uhrenfabrik Junghans 2011, S. 30 (s.Anm. 5)
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i.
3ZL
Grundriss des ersten Stocks für den Umbau der
ehemaligen Ölmühle im Plan von 1866
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