Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/kraez_39/0015
Vermöge unserer praktischen, mechanischen Einrichtung
nach amerikanischem System sind wir
im Stande, Ausgezeichnetes zu den billigsten Preisen
zu liefern.

Bei dem großen Lager, das in all den genannten
Artikeln stets von uns gehalten wird, ist dem großem
und kleinern Uhrenfabrikanten und Händler
die Gelegenheit geboten, sein eigenes bezügliches
Lager eingehen zu lassen und das betreffende Capital
auf nutzbringendere Weise zu verwenden,
da er sich hier jeden Augenblick ganz beliebig as-
sortiren kann.

Wir laden schließlich zu einer Probebestellung ein
und werden stets bestrebt seyn, das Vertrauen unserer
geehrten Geschäftsfreunde zu rechtfertigen.

Gebrüder Junghans"

Uhren erst vor Ort zusammengebaut

Zum besseren Verständnis der Sortimentsgestaltung
hilft es, den Absatzweg für Uhren um 1860
zu betrachten. Fern des Schwarzwaldes waren
Hausierer mit Uhren bemüht, ihre Produkte abzusetzen
. Dabei wurden die (Schild-) Uhren erst
vor Ort beim Kunden fertig gemacht. Die Uhrwerke
wurden u.a. mit einem Schild und Zeigern
entsprechend der Wahl des Kunden versehen,
Feldsteine wurden als Gewichte angebracht.

Nachschub erreichte die Hausierer per Spediteur.
Im Schwarzwald waren als Packer bezeichnete
Vertraute der Hausierer mit Einkaufen der »Komponenten
" und Werke beauftragt und packten
Kisten zum Versand per Spediteur. Die Packer
gingen im Laufe der Zeit dazu über, nicht ganze
Uhren oder Werke zu kaufen. Sie kauften zunehmend
nur noch Teile und setzten dann die Werke
oder Uhren selbst zusammen. So entstand ein
Markt für Teile, welche u.a. von den Gebrüdern
Junghans angeboten wurden.

Die Einrichtung nach »amerikanischem System"
bedeutete, mit Schablonen, spezialisierten Maschinen
und Verfahren, hoher Arbeitsteilung und
großer Wiederholgenauigkeit günstig fertigen zu
können. Der Anzeigentext zeigt auch, dass das
Design bereits damals ein erwähnenswerter weiterer
verkaufsrelevanter Gesichtspunkt war.

Dem Gedenken an den Firmengründer Erhard Junghans
widmete die Stadt Schramberg 1914 auf dem
vorderen Rathausplatz den sogenannten Mohrenbrunnen
. Auf der Rückseite wird er als „Begründer
der modernen Uhrenindustrie im Schwarzwald" gewürdigt
. Foto: Ewald Graf

Dass Erhard und Xaver Junghans mit diesem neuartigen
Sortiment und ihrer arbeitsteiligen Produktion
im Markt erfolgreich waren, zeigen bereits
die beschriebenen baulichen Erweiterungen im
ersten Jahrzehnt der Uhrenfabrik, deren weitere
Entwicklung sich mit den Söhnen Arthur und Erhard
d.J. noch um ein Vielfaches steigern sollten,
so dass um die Jahrhundertwende bereits eine
Fabrikstadt in der Geißhalde entstanden war.

Dank

Grundlage meiner Recherchen waren die Unterlagen für die
Wasserbauanlagen bei Junghans, die die Mitarbeiter des Umweltschutzamts
Rottweil zur Verfügung stellten, sowie die
Lage- und Gebäudepläne, die mir das Stadtarchiv Schramberg
zugänglich machte.

15


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/kraez_39/0015