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Norbert King:
KAMPF FÜR EINE MODERNE KIRCHE
Pfarrer Josef Mauch und der
Reformkatholizismus in Württemberg
Norbert King,
Jungingen
Der Autor befasst sich in seinem Ruhestand als ehemaliger
Schramberger viel mit Themen aus seiner
Heimatstadt und hat im vorliegenden Beitrag die Lebensgeschichte
eines anderen gebürtigen Schram-
bergers, des Pfarrers Josef Mauch, der auch in
Schramberg bestattet wurde, mit der Bewegung des
Reformkatholizismus in Württemberg zu Beginn des
20. Jahrhunderts verknüpft. Pfarrer Mauch spielte
in ihr eine aktive Rolle.
In der Familienchronik für die Familien King und
Mauch bin ich auf Pfarrer Josef Mauch gestoßen.
Weitere Nachforschungen haben ergeben, dass
er ein beliebter Seelsorger war und sich zu Beginn
des letzten Jahrhunderts für eine Reform des Katholizismus
einsetzte. Er schrieb das Buch „Die
katholische Kirche in Württemberg und die neue
Zeit", Stuttgart 1920.
Lebensweg von Josef Mauch
Josef Mauch wurde am 8. Dezember 1882 im
Schramberger Göttelbachtal geboren.1 Er war der
Sohn des Uhrenmachers Wendelin Mauch (1855-
1934) und der Theresia Klaußner. Josef war ihr
einziges Kind. Nach der Volksschule in Schramberg
besuchte er von 1893 bis 1898 die Lateinschule
in Rottenburg. Anschließend war er bis
1902 Schüler des Königlichen Gymnasiums in
Rottweil und Zögling des dortigen Konvikts. Von
1902 bis 1906 besuchte Josef Mauch das Königliche
Wilhelmsstift in Tübingen, wo er 1906 die
1 Angaben nach der Personalakte des Diözesanarchivs Rottenburg
16
Dienstprüfung ablegte. Nach der weiteren Ausbildung
am Priesterseminar in Rottenburg wurde
er am 17. Juli 1907 zum Priester geweiht.
Seinen beruflichen Werdegang als Geistlicher begann
Josef Mauch als Vikar in Laudenbach/ Rhein-
Neckar-Kreis, wo er vom August 1907 bis August
1910 wirkte. Hier legte er im Oktober 1909 die
Pastoral-Prüfung mit dem Ergebnis II b (Note 1,3)
ab, die ihn zur Verwaltung eines Pfarramts befähigte
. Vom August 1910 bis Dezember 1910 war
er Vikar in Deißlingen bei Rottweil. Von Januar
bis Mai 1911 war Josef Mauch wegen Krankheit
beurlaubt. Bis Juni 1912 wirkte er dann als Vikar
in Igersheim/Main-Tauber-Kreis und vom Juni
1912 bis Dezember 1912 als Anstaltsgeistlicher
in der Pflegeanstalt Heggbach in der Gemeinde
Maselheim in Oberschwaben. Vom Dezember
1912 bis März 1914 kam Josef Mauch wieder in
die Nähe seiner Heimatstadt als Vikar in Seedorf.
Neun Jahre Pfarrer in Bremelau
Der Tätigkeit als Vikar schloss sich die eines Pfarrverwesers
vom März 1914 bis September 1915
in Hausen ob Rottweil und vom September 1915
bis April 1918 in Erbstetten bei Zwiefalten an.
Seine erste Pfarrstelle war Bremelau und ab 1920
zugleich die Diasporagemeinde Münsingen. Er
wirkte dort vom April 1918 bis November 1927.
Grund- und Patronatsherr war der Fürst von
Thum und Taxis. Erst als am 14. Juni 1927 Joannes
Baptista Sproll neuer Bischof der Diözese Rottenburg
wurde, erfüllte sich Mauchs Wunsch, in die
Pfarrei Ratzenried im Allgäu versetzt zu werden.
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