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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/kraez_39/0021
geistige Führer der Reformbewegung in der Diözese
Rottenburg.

Josef Fürst (1870-1942), 1907 Professor am Gymnasium
Rottweil, 1920 Versetzung an das Gymnasium
Ravensburg und 1926 Oberstudiendirektor
in Ellwangen: Fürst verweigerte den Antimo-
dernisteneid. Bischof Keppler gab ihm mehrmals
keine Erlaubnis zur Kandidatur zu den Wahlen
für die Bürgerpartei. 1935 wurde er in den Ruhestand
versetzt.

Wilhelm Koch (1874-1955), 1905 außerordentlicher
Professor für Dogmatik und Apologetik:
Aufgrund seiner Ausführungen in Vorlesungen
und Predigten geriet er 1909 in Konflikt mit dem
Seminar-Regens Benedikt Rieg (siehe unten). Koch
übernahm 1916 die Stelle eines Garnisonspfarrers
in Lille. Ab 1933 war er Stadtpfarrer in Tettnang
und wurde 1938 zum Dekan gewählt. Aufgrund
seiner Ablehnung der nationalsozialistischen Weltanschauung
wurde er 1941 für drei Wochen von
der Gestapo inhaftiert und aus dem Kreis Friedrichshafen
ausgewiesen, wobei er auf seine Pfarrstelle
verzichten musste. Danach war er ab 1942
Pfarrer in Stetten bei Tuttlingen.

Zu den weiteren Reformern zählten neben Pfarrer
Josef Mauch aus Schramberg u.a. die Pfarrer
Jakob Schneider in Matzenbach, Josef Kley in
Sießen im Wald, Anton Abler in Gosheim, Anton
Frey in Friedberg, Klemens Maier in Einsingen,
Karl Rehm in Blitzenreute, August Schweizer in
Deißlingen, Karl Beer in Kolbingen julius Pfeufer
in Emerkingen und Dr. Zeller in Riedlingen.

Einfluss des Königreichs Württemberg

Das Königreich Württemberg entstand am 1. Januar
1806 als souveränes Königreich auf Betreiben
des nach politischer Hegemonie strebenden
Kaisers der Franzosen, Napoleon Bonaparte. 1812
errichtete König Friedrich I. für seine rund
400.000 neuen katholischen Untertanen in der
ehemaligen Fürstpropstei Ellwangen ein Gene-
ralvikariat. Als katholisches Gegenstück zur evangelischen
Landesuniversität von Tübingen erhielt
Ellwangen gleichzeitig die so genannte „Friedrichsuniversität
". 1817, als König Wilhelm I. das

Das Königreich Württemberg wurde 1806 gebildet.
Das Bistum Rottenburg entsprach nach Gebietsabtretungen
anderer Diözesen seiner Ausbreitung.

Vorlage: Wikipedia

Generalvikariat ins ehemals vorderösterreichische
Rottenburg verlegte, wurde sie als Katholisch-
Theologische Fakultät der Tübinger Universität
angegliedert.

1821 kam es zur Gründung der „Oberrheinischen
Kirchenprovinz" mit dem Erzbistum Freiburg und
den Bistümern Rottenburg, Mainz, Fulda und Limburg
. Das traditionsreiche, aber zu groß gewordene
Bistum Konstanz wurde dabei für erloschen
erklärt. Neben Konstanz traten die Bistümer Augsburg
, Würzburg, Speyer und Worms Gebietsanteile
an die neu gebildete Diözese Rottenburg ab.

Die Pfarreien in Württemberg unterstanden dem
„Königlich Katholischen Kirchenrat" und zm „Be-
sorgung und Wahrung der Souveränitätsrechte"
(des Königs) dem Staatsministerium. Über den
Kirchenrat nahm der Staat Einfluss auf die Diözese
, Dekanate und Pfarreien. Dabei waren im
dörflichen Bereich vor allem die ins Leben gerufenen
Kirchenkonvente und Kirchenstiftungsräte
Werkzeuge der staatlichen Überwachung. Die

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