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Zu den ehrenamtlichen Tätigkeiten der ersten Gemeinderätinnen gehörte die Mitwirkung von Berta Kuhnt
bei der „Quäkerspeisung", einer durch Spenden aus Amerika ermöglichten kostenlosen Schulspeisung für
bedürftige Kinder, die es über mehrere Jahre gab. Das Foto von der Speisung 1923 entstand an der
heutigen Kreuzung von Weihergasse und Schillerstraße. Foto: Stadtmuseum Schramberg

sparsamer Führung des Gemeindehaushaltes auf.
Angesichts des Finanzaufwands von über 150.000
Mark für die Krankenhausanschaffungen drang
Berta Kuhnt auf Preisvergleich: bevor in den Geschäften
am Ort eingekauft würde, sollte geprüft
werden, ob der Erwerb über die Landesversorgungsstelle
nicht billiger käme.14 Auch bei anderen
Gelegenheiten - etwa beim Erweiterungsbau
des Krankenhauses - empfahl Berta Kuhnt, Arbeits
- und Materialersparnis zu berücksichtigen.15

Einsatz für niedrige Mieten, kinderreiche
Familien und gerechte Bezahlung

Nicht selten traten die beiden Gemeinderätinnen
dadurch in Erscheinung, dass sie auf Preiswürdigkeit
für ihre Klientel achteten. Berta Kuhnt
plädierte dafür, die ihrer Ansicht nach zu hohe
Miete einer städtischen Wohnung zu senken,
preiswerte Stoffe ohne Beteiligung des Handels
durch die Stadt direkt an Bedürftige zu verkaufen

14 ebd.

15 Schwarzwälder Tagblatt vom 28.1.1922

sowie die Mietsteuer nicht zu erhöhen. Theresia
Bantle wollte bei der Stoffverteilung Preisnachlässe
für kinderreiche Familien erwirken. Auch
sprach sie sich gegen die Einführung von Gebühren
beim Wohnungsamt und für die Senkung der
Milchpreise aus. Berta Kuhnt trat ferner für Gerechtigkeit
in der Bezahlung von Frauenarbeit
ein; auf ihre Empfehlung wurde das Gehalt der
Hilfslehrerin in der Frauenarbeitsschule deutlich
angehoben. Theresia Bantle sorgte dafür, dass der
Gemeinderat zwei weibliche Hausbedienstete als
Beisitzerinnen für das Bezirksarbeitsamt wählte.
Ein anderes Mal drängte sie darauf, dass auch Kandidaten
der Hirsch-Dunkerschen Gewerkschaft
berücksichtigt wurden.16

In den sozialen Tätigkeiten der beiden Gemeinderätinnen
spiegeln sich die Alltagsprobleme der
damaligen Zeit: die unzureichende Versorgung

!6 Gemeinderatsprotokolle v. 24.6. und 1.7.1920, Schwarzwälder
Tagblatt v. 9.7., 12.11. und 24.12.1920, Schwar2wäl-
derVolkswachtv. 22.7.und 11.11.1921,13.1.und 23.2.1922

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