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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/kraez_39/0044
Josefine Werner setzte sich im Gemeinderat besonders für Mädchenbildung ein. Die Frauenarbeitsschule
lag ihr sehr am Herzen. Hier ist sie (sitzend, 3. von links) im Kreis von Kochschülerinnen mit der Lehrerin
Fräulein Walz (rechts neben ihr) 1928 zu sehen. Foto: Stadtmuseum Schramberg

Vorgängerinnen wirkte sie jedoch weiterhin im
Schulrat der Frauenarbeitsschule mit.

Gehilfin im Gewerkschaftsbüro und Packerin

Nach mündlicher Überlieferung38 nahm Josefine
Werner vor allem am katholischen Vereinsleben
regen Anteil, was auch durch zahlreiche Fotografien
belegt ist. Wie ihre Freundin Theresia
Bantle war sie zeitweise Vorsitzende des Katholischen
Arbeiterinnenvereins. Not hatte Josefine
Werner am eigenen Leibe erfahren. Als ältestes
von neun Kindern musste sie früh zuhause mitarbeiten
. Nach der Schulzeit hatte sie durch Heimarbeit
zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen
; später pflegte sie ihre kranke Mutter. In
den 1920er Jahren war sie als Gehilfin im Gewerkschaf
tsbüro tätig, was zu ihrer Gemeinderatskandidatur
auf der Liste der christlichen Gewerkschaften
führte. Später verdingte sie sich
als Arbeiterin in der Packerei der Uhrenfabrik
Junghans. In der Todesanzeige wurde ihr ein „arbeitsreiches
Leben" nachgesagt.39 Es erscheint

38 s. Sibylle Ernst: Josefine Werner. Gemeinderätin des Christlich
-Nationalen Gewerkschaftsbundes 1923-28; in: Trotz
Fleiß kein Preis? Frauenalltag in Schramberg 1867-1992;
Schramberg 1992, S. 32

39 Schwarzwälder Bote vom 8. 3.1983

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recht unwahrscheinlich, dass eine so engagierte
Frau wie Josefine Werner im Gemeinderat so untätig
gewesen sein soll, wie es Sitzungsprotokolle
und Zeitungsberichterstattung glaubhaft zu machen
scheinen.

Zur Wahrnehmung der politischen Leistungen
der Gemeinderätinnen

Schramberger Frauen schufen sich in der Weimarer
Republik durch ihre alltagsnahe und gegenwartsbezogene
Gemeinderatsarbeit keine bleibenden
Denkmäler. Die Frauen verstanden Politikmachen
als zupackende Sozialarbeit. Lob erntete
die „rührige" Berta Kuhnt dafür selbst von
der ideologischen Konkurrenz, dem Zentrumsblatt
. Auch bei der Würdigung der ausscheidenden
Gemeinderatsmitglieder 1923 wurden Berta
Kuhnt und Theresia Bantle besonders hervorgehoben
, „deren aufopfernde Tätigkeit im Fürsorgewesen
den öffentlichen Dank verdiene" ^

In Wähler- und Wählerinnenstimmen ließ sich
das hohe Engagement in der ehrenamtlichen
Wohlfahrtspflege indessen nicht ummünzen. Das
soziale Engagement der Frauen galt offenbar nicht

Schwarzwälder Volkswacht vom 2.1.1923


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