http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/kraez_39/0052
Drei Generationen Moser-Frauen 1926: (von links) Friederike, Frau des Firmengründers Ferdinand Moser,
Margarete, Frau von Erwin Moser, Charlotte, Frau von Fritz Moser, und Anna, Frau von Albert Moser sen.
Foto: Stadtarchiv Schramberg
Diese löbliche Tätigkeit scheint sie bis in die
1920er Jahre hinein getan zu haben. Durch den
nach und nach vollzogenen Ausbau der Sozialgesetzgebung
in der Weimarer Republik kam dann
diese von den Betroffenen meist als sehr menschlich
empfundene Art von gefühlter Patronatsver-
antwortung „aus der Mode".
Fritz Moser, ein Mann der Zahlen
Mit Ausnahme der in seinem engeren Büro Beschäftigten
hatte Fritz Moser, einer der beiden
Betriebschefs seit 1942, sehr wenig Kontakte zu
der Belegschaft. Wer ihn zu sehen bekam, empfand
Respekt vor seinem gestrengen Gesichtsausdruck
. Auf einen mündlich vorgetragenen Bericht
reagierte er meist mit einem hinter geschlossenem
Mund erzeugten superkurzen „Mm mm", von dem
man am Schluss nicht wusste, wie man es einzuschätzen
hatte. Gelegentlich konnte er aber auch
einmal lachend das Gesicht verziehen. Das aber
nur an Tagen, welche man ihrer Besonderheit
wegen im Kalender hätte anstreichen müssen.
52
Wenn er morgens, nach dem Lesen der eingegangenen
Post, in der Buchhaltung verschwand, wollte
er wissen, welcher Kunde wie, was und wann
bezahlt hat. Dementsprechend
schätzte er
das sehr bunte Feld
der Möbelhändler ein.
Die Bedeutenden von
ihnen kannte er alle
persönlich. Zu ihnen
pflegte er so gute Beziehungen
, dass er, wie
ich auf Messen staunend
sehen konnte,
mit ihnen auch öfters
herzhaft zu lachen verstand
.
Außergewöhnlichen
Kontakt hatte Fritz
Moser im Betrieb ei-
Betriebschef Fritz Moser gentlich nur mit dem
7952 Foto: Privatbesitz Meister Josef Bischof.
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/kraez_39/0052